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Der Torfkahn "Neu Helgoland", der am 13. August 2008 auf der Hamme bei Worpswede im Kreis Osterholz gekentert war, hatte offenbar Mängel. Das habe jetzt ein Gutachten ergeben, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Brake mit. Zu der Art des Mangels, der bei dem Torfkahn festgestellt wurde, teilte die Polizei noch nichts mit. Genaueres wolle man auf einer Pressekonferenz in wenigen Tagen bekannt geben.
Eine 15-köpfige Seniorengruppe aus Schleswig-Holstein war mit dem Kahn auf einer Ausflugsfahrt gekentert. Dabei starb eine 70 Jahre alte Frau noch am Unfallort. Eine weitere Frau schwebt eine Woche nach dem Unglück noch in Lebensgefahr. Zunächst hieß es, der Unfall sei nach einer "Verkettung unglücklicher Umstände" geschehen. In das Boot sei Wasser eingedrungen, es sei aber nicht kaputt gewesen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Verden nach dem Unfall. Die "Neu Helgoland" habe ein Loch für einen nachträglich eingebauten Motor, erklärte die Sprecherin. Es sei normal, dass an dieser Stelle etwas Wasser hineinkomme. Dass dieses zu den Fahrgästen gelange, verhindere eigentlich eine Wand. Aus noch ungeklärter Ursache sei das Wasser aber beim Anlegen über diese Abtrennung geschwappt. Die Ausflügler seien daraufhin nicht wie gebeten auf ihren Plätzen geblieben, sondern hätten sich alle auf eine Seite gestellt. Nach Augenzeugenberichten waren sie in Panik geraten. Das Boot kippte schließlich um, die Passagiere fielen ins Wasser. Gegen den 79 Jahre alten Skipper wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
![Torfkahn am Anleger [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/aktuell/torfkahn-unfall/_bild/anleger_300.jpg)
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![Torfkahn [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/aktuell/torfkahn-unfall/_bild/kahn2_140.jpg)
Der Unglücks-Torfkahn.
![Daniel Köhler [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/aktuell/torfkahn-unfall/_bild/retter3.jpg)
Retter Daniel Köhler ist schockiert: Die 70-Jährige ist in seinen Armen gestorben.
![Kranz mir Aufschrift "In stillem gedenken" [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/aktuell/torfkahn-unfall/_bild/kranz.jpg)
Pächter des Ausflugslokals "Neu Helgoland" bei Worpswede haben Blumen und Kerzen aufgestellt. Von hier aus war die Gruppe zur Bootsfahrt aufgebrochen.
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Eine Tote Frau und vier schwer Verletzte
Bei windigem Wetter waren die 15 Mitglieder einer Seniorengruppe etwa 45 Minuten auf der Hamme unterwegs, als das Unglück kurz vor dem Anlegen passierte. Die Besatzung eines Motorschiffs entdeckte den gekenterten Kahn. Zwei Besatzungsmitglieder sowie Angestellte einer nahe gelegenen Gastwirtschaft sprangen ins Wasser, um die um Hilfe Schreienden zu retten. Für eine 70-jährige Frau aus Schleswig-Holstein kam jedoch jede Hilfe zu spät, eine 65-Jährige wurde nach Polizeiangaben lebensgefährlich verletzt. Zudem erlitten drei weitere Fahrgäste Verletzungen. Gegen den Veranstalter der Torfkahnfahrten wird derzeit nach Polizeiangaben nicht ermittelt. Per Beschluss des Landrats des Landkreises Osterholz wurden alle Torfkahnfahrten bis auf weiteres eingestellt. |
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Für eine 70-jährige Frau aus Schleswig-Holstein kam jede Hilfe zu spät, eine 65-Jährige schwebt weiterhin in Lebensgefahr.
![Jörg Mielke [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/aktuell/torfkahn-unfall/_bild/mielke.jpg)
Jörg Mielke, Landrat von Osterholz. |
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Torfkahnfahrten sind Touristenattraktion
Vor mehr als 100 Jahren waren Torfkähne das einzige Transportmittel im Moor. Heutzutage sind die Torfkahnfahrten auf der Hamme zwischen Bremen und Worpswede eine Touristenattraktion. Vor eine paar Monaten erst hatte der Torfkahn-Verein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Einen Unfall hatte es bisher noch nie gegeben. Die für das kommende Wochenende geplante "Hamme-Nacht", bei der eine große Anzahl von Torfkähnen über die Hamme fahren sollte, wurde inzwischen abgesagt. |
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