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Hoodia  
      Schlank durch einen Wunderkaktus?      
    Die Deutschen sind die dicksten in Europa. Drei Viertel aller deutschen Männer haben Übergewicht und zwei Drittel aller Frauen. Das ist das erschreckende Ergebnis einer Studie (International Association Study of Obesity), die vor einigen Wochen veröffentlicht wurde. Zeit zum Abnehmen also, aber wie? Sport, Diäten, Appetitzügler - der Angebote und Möglichkeiten sind viele. Als neuester Hit auf dem Schlankheitsmarkt gilt Hoodia, eine afrikanische Wunderpflanze.      
             
      Hoodia Pflanze [Quelle: Wikipedia, Winfried Brünken]      
             
    AudioSchlank durch einen Wunderkaktus?, [3'01]      
      Von Christine Gorny.
2007 | Bremen Eins
     
   
VideoAus für Fährverbindung nach Helgoland?, [4'08]
Moderator Stefan Pulß sprach mit Reporter Helmut Stapel vom Studio Bremerhaven.
9. Oktober 2007 | Nordwestradio
   
             
  Hoodia - nicht nur gegen Hunger
Ein kleiner grüner Kaktus kann uns alle schlank machen. Jedenfalls behaupten das die, die mit ihm abgenommen haben und die, die mit ihm Geld verdienen wollen. Aber es gibt noch andere, die Hoodia hoch schätzen und zwar seit Jahrhunderten, die Ureinwohner der Kalahari-Wüste in Südafrika. Sie schwören auf den Kaktus als Medizin - bei Husten, Grippe, Magen-Darm-Beschwerden, Halsschmerzen - und als Hungerkiller. In ihrer lebensfeindlichen Umgebung mussten sie oft tagelang Hunger leiden. Um den Hunger zu bekämpfen, nahmen sie Hoodia. Sie entdeckten die Wirkung der Wüstenpflanze also, um ihren Mangel besser ertragen zu können. Unser Interesse kommt dagegen aus dem Überfluss. Der Pflanze ist der Anlass egal, sie dämmt in jedem Fall das Hungergefühl.
     
             
  Bei der Einnahme beachten
Allerdings: Das wenige Essen ist nicht ungefährlich, warnt die Apothekerin Ulrike Bregulla. "Man muss ein bisschen darauf achten, dass einem nicht übel wird und keine Kreislaufprobleme bekommt und dass man vor allem genügend trinkt." Wer es übertreibt, kann auch an Mineral- und Vitaminmangel leiden.
     
             
 

Hoodias Wirkungsweise
Das Geheimnis von Hoodia gordonii oder, kurz, Hoodia, ist ein bestimmtes Molekül mit dem Wirkstoff "P57". Es täuscht dem Gehirn einen schon ausreichend hohen Blutzuckerspiegel vor, so dass es auch bei leerem Magen das Signal für satt sendet - ein Hungergefühl entsteht gar nicht erst. Im Unterschied zu anderen Appetitzüglern puscht Hoodia dabei nicht auf.

Gegen den berühmten Jo-Jo-Effekt hilft aber auch Hoodia nicht. Wer das Mittel wieder absetzt, wird auch wieder zunehmen, weil der Körper seine Energieverbrennung während des Hungerns drosselt und die Reserven schnell wieder auffüllen will, sobald wieder Nahrung im Überfluss vorhanden ist.

     
             
  Nebenwirkungen
Manche Hoodia-Nutzer berichten von Übelkeit während der ersten Tage und Gertraud Huisinga von der Verbraucherzentrale warnt vor verborgenen Nebenwirkungen: "Wir können nie irgendwelche Überreaktionen ausschließen, selbst wenn es ein pflanzliches Mittel ist. Man weiß das von den Allergikern, die reagieren auch auf Pollen und somit weiß ich gar nicht, ob in dieser Pflanze nicht etwas drin ist, was der ein oder andere nicht verträgt."
     
             
  Große Nachfrage gefährdet Hoodia-Bestände
Mittlerweile machen sich viele Hoodia-Anbieter Konkurrenz. Sie verkaufen Hoodia-Tee, Kaugummi, Pflaster und Spray. Als effektiver gelten Hoodia-Pulver und Kapseln, allerdings hat Stiftung Warentest gerade Hoodiakapseln getestet, die keine Spur Hoodia enthielten. Deshalb schwört die echte Hoodia-Gemeinde auf die eigene Hoodia-Pflanze. Allerdings ist es schwierig, an eine heranzukommen. Weil mittlerweile die halbe Welt mit Hoodia abnehmen möchte, ist die Pflanze vom aussterben bedroht und unter Artenschutz gestellt. Eine Ausfuhrgenehmigung aus dem Herkunftsland und eine Einfuhrgenehmigung für Deutschland müssen vorliegen.
     
             
 

Verhaltensänderung bringt mehr als Wunderpillen
Gertraud Huisinga von der Bremer Verbraucherzentrale hat für Diätwillige einen einfacheren Vorschlag: "Meine Empfehlung ist immer, sich bei der Krankenkasse zu erkundigen, ob dort eine Ernährungsberatung angeboten wird oder ob man an einem Kurs teilnehmen kann, den die Kasse dann auch mit finanziert." Da können sich Abnehm-Willige einer Gruppe anschließen, in der sie sich austauschen können und wo sie Gleichgesinnte finden. Denn die meisten Menschen brauchen so eine Gruppe, sie können das nicht alleine schaffen. Dort gibt es Ernährungsberaterinnen, die dazu da sind, diese Gruppen anzuleiten, den Menschen zu helfen, wie sie ihre Gewohnheiten ändern können.

     
           
  Weitere Informationen      
    LinkDiätenwahn: Genießen statt verzichten!      
      Radio-Bremen-Spezial zum Thema Gewicht mit Hintergründen und Tipps.      
    Externer LinkWikipedia: Hoodia Vorkommen, Beschreibung, Arten      
      Beschreibung und Abbildungen      
    Externer LinkRuhr Uni: Pflanzenportrait      
      Kurzbeschreibung und Abbildung      
    Externer LinkWWF: Hoodia      
      Zur Problematik Medizin und Artenschutz      
    Externer LinkBBC: Sampling the Kalahari Hoodia diet      
      Ein BBC-Reporter testet die Pflanze im Selbstversuch (Englisch)      
           
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  © Radio Bremengeändert am 10.05.2007
   
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