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Nichtraucher werden - leichter als gedacht!

               
       

Die meisten langjährigen Raucher wünschten sich, von der Zigarette loszukommen. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass "Genussrauchen" (ein-zwei Zigaretten am Abend z.B.) bei ihnen nicht funktioniert. Viele haben mehrere gescheiterte Abgewöhn-Versuche hinter sich. Für sie wie für die meisten Kettenraucher steht fest: mit dem Rauchen aufzuhören ist eine ungeheuer schwierige Angelegenheit und braucht eine enorme Willenskraft.

   Mann mit Zigarette. [Quelle: Radio Bremen]
Genussrauchen funktioniert in den meisten Fällen nicht, manchmal aber schon.
 
               
  Angst vorm Aufhören
Der Raucherentwöhnungs-Papst Allen Carr hat dieses Angst-Denken schon vor vielen Jahren als Ergebnis einer freiwilligen Gehirnwäsche beschrieben, die allerdings ganz im Sinne der Zigarettenindustrie funktioniert. Carrs These - und viele haben sie in seinen Seminaren bestätigt gefunden: es ist in Wahrheit ganz einfach, sich das Rauchen abzugewöhnen!

Obwohl die meisten Langzeitraucher wissen, dass ihnen die Zigarette gar nicht mehr schmeckt und obwohl feststeht, dass sie Stress nicht wirklich reduziert, sondern erhöht, und zumindest heutzutage von einem Image-Zuwachs durchs Rauchen wohl keine Rede mehr sein kann, haben Raucher für gewöhnlich eine Riesenangst vorm Aufhören.

  Glimmende Zigarette. [Quelle: dpa]
Es ist in Wahrheit ganz einfach, sich das Rauchen abzugewöhnen!
 
               
  Der chemische Suchtfaktor ist gering
Und obwohl die meisten eigentlich Aufhörwilligen eher vom Rauchen als einer nicht wirklich geliebten Gewohnheit statt Sucht sprechen, rührt ein großer Teil ihrer Angst von der Vorstellung her, das Nikotin im Körper würde sie nach dem Aufhören unter dramatischen Entzugserscheinungen leiden lassen. Die Faktenlage ist eine andere: ja, Rauchen und Nikotininhallieren machen süchtig, aber der chemische Suchtfaktor ist so gering, dass er vom Nicht-mehr-Rauchenden garnicht wahrgenommen würde. Das wirkliche Problem besteht also in der Angst im Kopf, das Aufhören müsse schier unerträglich unangenehm sein.
  Zigarette, die in einer Hand gehalten wird. [Quelle: Radio Bremen]
Viele Raucher meinen, sie wären nach dem Aufhören körperlichen Entzugserscheinungen ausgesetzt.
 
               
  Nichtrauchen beginnt im Kopf
Mit genau dieser Einstellung misslingen in der Tat so viele Aufhörversuche. Sie führt nämlich zu einer quälerischen Dauerselbstbeobachtung und Fixierung aufs Nicht-mehr-Rauchen nach der vermeintlich letzten Zigarette, also auf den Verlust statt auf den Gewinn. Mit größter Willensanstrengung kämpft sich der Ex-Raucher von Minute zu Minute, Tag zu Tag, an dem er sich den Griff zur Zigarette schon verwehrt. In der Erwartung, irgendwann müsse seine Angst, wieder rauchen zu wollen, dann abstumpfen. Die Fixierung auf das, was er aufgegeben, statt auf das, was er gewonnen hat, ist aber ein großer Stress, der sich zum allgemeinen noch addiert. Und wie hat der Raucher vordem Stress bekämpft? Durch den Griff zur Zigarette! Nach ein paar Tagen oder gar Wochen der Qual beendet er resigniert und mit dem Glauben, seine Willenskraft habe nicht gereicht, den Versuch, das Rauchen aufzugeben.
  Raucher. [Quelle: dpa]
Das wirkliche Problem besteht in der Angst im Kopf, das Aufhören müsse schier unerträglich unangenehm sein.
 
               
  Tipps für zukünftige Nichtraucher

Erstens: Du brauchst deine Willenskraft nicht!

Zweitens: Du musst für kurze Zeit ernsthaft in dich gehen und dir klar machen, warum du rauchst. Dann musst du dir ein ebenfalls ganz eigenes Bild davon machen, wie du sein wirst, wenn du dich von der Sucht befreit haben wirst.

Drittens: Triff die klare Entscheidung, Nichtraucher zu werden (nicht es zu versuchen, aufzuhören), und richte all deine Gedanken auf den Gewinn, die Freude, keine Zigarette mehr zu brauchen (nach dem oben Gesagten)!

Viertens: Beobachte bei den letzten Zigaretten, ob du anfängst, in deinem Kopf schon Nichtraucher zu sein! Sonst ist es noch zu früh aufzuhören.

Fünftens: Nach der letzten Zigarette erfüllt dich eine große Gewissheit, nicht mehr rauchen zu müssen, weil du angefangen hast, die neu (wieder) gewonnene Freiheit von einem unwürdigen Zwang zu genießen. Dieser Genuss erstreckt sich auf deine körperliche Selbstwahrnehmung, auf die Kommunikation mit anderen Menschen und vieles mehr.

Sechstens: Natürlich kann es sein, dass du dich wenige Tage nicht so konzentriert wie vordem fühlst. Na und? Du könntest ja auch unter einer Grippe oder Schmerzen leiden, nachdem du dir einen Fuß verstaucht hast oder unter Wetterfühligkeit. Das geht vorbei und steht in keinem Verhältnis zum Triumpf, es endlich begriffen und geschafft zu haben. Sieh es so und such dir vielleicht nicht gerade die stressigste Zeit aus, um endgültig Nichtraucher zu werden! Die meisten Ex-Raucher erleben in den ersten Tagen oder Wochen sogar einen ganz besonderen "Moment der Freiheit", in dem "sich der Himmel aufzuhellen scheint" und du mit letzter Gewissheit spürst, dass das "Band zwischen dir und der Zigarette" (Allen Carr) endgültig zerrissen ist. Rauchen ist dir jetzt völlig gleichgültig geworden!

Ich habe es selbst so erlebt, allerdings ohne Allen Carr. Natürlich ist meine Beschreibung der "anderen Einstellung", mit der es ohne Angst und Willenskraft leichter als gedacht ist, Nichtraucher zu werden, hier etwas verkürzt und - soviel ich selbst davon halte - es gibt noch andere Wege, mit dem Rauchen aufzuhören.

[Klaus Haak, 1. Januar 2005]

  Voller Aschenbecher. [Quelle: dpa]
Der Aschenbecher ist voll!
 
               
  Beiträge zum Thema      
      AudioThema: "Mit dem Rauchen aufhören", [4'18]      
        Klaus Haak spricht über das Thema "Nichtraucher werden" auf Bremen Eins.
5. Januar 2005 | Bremen Eins
     
      AudioHörerfragen, [5'43]      
        Hörer konnten im Studio anrufen und demGesundheitsexperten Klaus Haak Fragen zum Thema Raucherentwöhnung stellen.
5. Januar 2005 | Bremen Eins
   
               
  Buchtipps

Allen Carr:
"Endlich Nichtraucher!"
Der einfache Weg, mit dem Rauchen Schluss zu machen. Mosaik bei Goldmann.

Ulrike Bartholomäus/Martin Kunz:
"Einfach nicht mehr rauchen."
Alle Entwöhnungsstrategien im Test. Mosaik bei Goldmann.

  Buchcover "Endlich Nichtraucher"
"Endlich Nichtraucher!"
 
           
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  © Radio Bremengeändert am 30.07.2008
   
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