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Einraumkneipen nun wieder offen für Raucher? |
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Nach der Urteilsverkündung
zur Klage gegen das Rauchverbot |
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Das Rauchverbot wurde in Bremen gerade einmal einen Monat lang durchgesetzt - und schon gibt es die erste Änderung. Nachdem zwei Wirte aus anderen Bundesländern vor dem Verfassungsgericht geklagt hatten, darf nun in kleinen Einraumkneipen wieder gequalmt werden. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Wir haben uns in der Bremer Kneipenlandschaft einmal umgehört. Und wir fragen nach Ihrer Meinung: Rauchverbot - wie hätten Sie es denn gern?
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![Leere Zigarettenhülsen zum Selberdrehen [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/gesundheit/rauchen/rauchverbot/_bild/zigarettenhuelsen.jpg)
263 Millionen Zigaretten wurden in 2005 geraucht - pro Tag! Dazu kommen Zigaretten, die geraucht, aber nicht versteuert wurden. (Zahl des Statistischen Bundesamtes)
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![Qualmende Zigarre [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/gesundheit/rauchen/rauchverbot/_bild/bier_zigarette_300.jpg)
Für viele ist es eine Frage der Gemütlichkeit: In der Kneipe nach Herzenslust rauchen zu dürfen. |
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Großer Jubel bei einigen Kneipiers und Gästen
Die Gaststätte "Zum Haltepunkt" im Bremer Steintor-Viertel liegt nicht an einer Straßenecke. Trotzdem ist es das, was man unter einer typischen Eckkneipe versteht: Eine Theke, zwei Spielautomaten, schummriges Licht sowie Gäste, die zu jeder Tageszeit Bier trinken - und seit dem 30. Juli 2008 auch wieder rauchen. Aufmerksam haben die Stammgäste an der Theke Radio gehört. Als dann die Meldung vom Urteil aus Karlsruhe kam, war der Jubel groß.
Auch bei Madleen Engelhardt hinter der Theke: "Die Chefin hat gleich angerufen, gefragt, ob die Aschenbecher draußen sind, und als ich ja sagte, hat sie sich gefreut. Und auch Stammgäste haben angerufen und meinten 'Wir können wieder rauchen, juchu!' - große Freude überall, und sofort war es drinnen wieder voll und draußen leer." |
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Kleine Kneipen auch noch "vollqualmen"?
In Einraumkneipen wie der Gaststätte "Zum Haltepunkt" ist das Qualmen jetzt wieder erlaubt - wenn der Gastraum weniger als 75 Quadratmeter misst, wenn die Kneipe kein Essen anbietet und wenn alle Gäste mindestens 18 Jahre alt sind. Erst seit einem Monat wird das Rauchverbot in Bremen durchgesetzt. Nun ist es für die kleinen Kneipen aber schon wieder vorbei.
Das freut die Gäste von Eckkneipen, andere sehen das differenzierter. "Jeder sollte selbst entscheiden: Wenn es ein Lokal ist, wo geraucht wird, habe ich die Entscheidung, da rein zu gehen oder es zu lassen", sagt ein Gast. Eine Kneipenbesucherin aber meint: "Ich persönlich finde es, obwohl ich selber Raucherin bin, angenehmer, aus einer Kneipe rauszukommen und nicht sofort meine Klamotten in die Reinigung geben zu müssen." "Es ist total paradox", sagt ein anderer Barbesucher, "die Kneipen, in denen du sowieso nur drei Kubikmeter Luft hast, auch noch vollzuqualmen". |
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![Überfüllte Aschenbecher [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/gesundheit/rauchen/rauchverbot/_bild/aschenbecher_ueberfuellt.jpg)
Wenn sich die Raucher nun vor allem in den kleinen Kneipen treffen, in denen wieder geraucht werden darf, könnte es dort bald etwas ungemütlicher werden. |
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Wo gegessen wird, darf nicht geraucht werden
Für die meisten Kneipen aber bleibt das Verbot. Wohl auch für das "Litfass" am Ostertorsteinweg. Zwar hat die Kneipe nur einen Raum, aber: Das Litfass bietet Essen an und fällt deshalb wohl nicht unter die Ausnahmeregelung.
Vom Verbot ist Wirt Norbert Schütz nicht begeistert. Denn seine Gäste wollen rauchen, sagt er. Seitdem dieses Urteil raus ist, hätten schon ganz viele Gäste angerufen und gesagt: "Mensch, ist ja toll, dann können wir heute Abend wieder vorbei kommen, ein Bier trinken und eine Zigarette dazu rauchen." |
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Die Gäste akzeptieren das Verbot
Trotzdem hat sich der Wirt an das Rauchverbot gehalten und wird es wohl auch weiter tun müssen. Seit Anfang Juli sind im Litfass die Aschenbecher von den Tischen verschwunden. Das Stadtamt war da und hatte nichts zu beanstanden.
Die Gäste haben die neue Regelung akzeptiert. Nur einmal habe es wegen des Rauchverbots Ärger gegeben, sagt der Wirt: "Weil ein Gast rauchen wollte und ein anderer auf das Gesetz gepocht hat, da mussten wir ein bisschen schlichten. Ansonsten wurde es aber erstmal akzeptiert, dass nicht mehr geraucht werden darf. Zwar nicht mit einem Lächeln auf dem Gesicht, aber es wurde akzeptiert."
Noch ist Sommer, und die Leute gehen ohne zu Murren zum Rauchen nach draußen. Doch wenn der Winter kommt, könnte es zwischen Rauchern und Nichtrauchern zu mehr Spannungen kommen, fürchten die Wirte, die weiter mit dem Rauchverbot leben müssen. Oder aber die Nachbarn beschweren sich, wenn vor der Tür geraucht wird. |
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Viele Gäste wissen einen rauchfreien Kneipenbesuch inzwischen sehr zu schätzen. |
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Ein Verfahren wegen unerlaubten Rauchens
Laut Stadtamt habe es in Bremen im Juli 2008 ein halbes Dutzend Beschwerden wegen Lärms gegeben. Außerdem hat das Amt ein Verfahren wegen unerlaubten Rauchens eröffnet. Der Wirt muss nun mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. |
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Viele positive Rückmeldungen zum Verbot
Solche Probleme hat das Café Piano im Steintor nicht. Früher wurde drinnen geraucht. Seitdem es das Rauchverbot gibt, haben Mitarbeiter und Gäste aber festgestellt, dass es mit sauberer Luft viel schöner ist, sagt Kellnerin Ulrike Richter: " Wir hören auch viel Positives. Dass es schön und angenehm ist, rauchfrei zu frühstücken. Ich denke, da ist mittlerweile auch ein anderes Bewusstsein, dass die Leute merken, es muss nicht immer geraucht werden." |
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