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Poetry on the Road 2008
        9. Internationales Literaturfestival Bremen      
               
        Mit mehreren Dichterlesungen ist am Sonntagabend das 9. Bremer Lyrikfestival "Poetry on the Road" zu Ende gegangen. An drei Tagen haben 21 internationale Dichter aus ihren Werken vorgelesen. Mit 25 Veranstaltungen sei es das bislang größte Lyrikfestival in Bremen gewesen, erklärte Veranstaltungsleiterin Regina Dyck und noch nie habe sich Poesie in Bremen so vielfältig präsentiert - in Lesungen, Übersetzungs- und Schreibworkshops und in vier Ausstellungen mit Grafiken, Büchern, Schallplatten und Plakaten von zeitgenössischen Dichtern wie Beat Brechbühl, Friederike Mayröcker und Ernst Jandl. Die vortragenden Autoren kamen beispielsweise aus Israel, Bahrein, Beirut, Bulgarien, Polen und den USA. Für das kommende Jahr 2009 wird eine Kooperation mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen angestrebt, so die Veranstalungsleiterin.   Plakat 2007 [Quelle: Poetry on the Road]
15. bis 22. Mai 2008
 
      AudioGalerie: 15. - 19. Mai 2008 (22 Bilder)      
             
 

Literarische Höhepunkte
"Ich unterscheide ja zwischen Literatur und Poesie. Literatur ist der allgemeine Begriff, Poesie ist der Teil von Literatur, der Kunst ist. Und  meine eigenen Veranstaltungen nenne ich oft Sprechkonzert, weil eben das Vortragen so wichtig ist, von den Texten." Mit ruhiger Hand taktet der 78-jährige Wiener Dichter, Komponist und bildende Künstler Gerhard Rühm sich und seine Begleitung, Monika Lichtenfeld - der  herausragende Höhepunkt bei "Poetry on the Road". Vor ihm liegt eine lose Blattsammlung, eine Partitur mit Texten und notenähnlichen, akribisch komponierten Zeichen. Rühms Rhythmusnoten sind Silben, seine Dichtung ist Musik.

Und er  ist  nicht  der Einzige während dieses Festivals, der seine Lyrik Takt für Takt durchkompiert. Der Niederländer Tsead Bruinja tut es auch und bringt gleich einen Musiker und eine Flamenco-Tänzerinn mit auf die Bühne.

Flamenco-Tänzerin [Quelle: Radio Bremen, Katharina Schumacher]

"Poesie ist für mich die Sprache, die träumt, und all die Worte und Sätze kommen raus ins Gedicht, wie man träumt." Bruinjas Dichtung füllt das Theater mit lauter Poesie.

Moderatorin Katrin Krämer und Tsead Bruinja [Quelle: Radio Bremen, Kornelia Arjangui]
Moderatorin Katrin Krämer interviewt Tsead Bruinja im Foyer der Schauburg.

  Gerhard Rühm [Quelle: Radio Bremen, Sunya Lee Antoine]
Gerhard Rühm
 
               
 

Leise Töne
Die leisen Töne aber überwogen - jene ohne Verstärker, ohne Laptops für Videoproduktionen und ohne Soundmaschinen. Qassim Haddad zum Beispiel aus Bahrain, der für seine Dichtungen zwischen 1960 und 1980 für insgesamt fünf Jahre ins Gefängnis ging, beschwört immer wieder das Feuer und die Macht der Sprache und setzt sie Frauen und Göttern gleich.

Ebenso leise sind Katharina Hackers Dichtungen. Sie sucht  den Rhythmus der Poesie in den Stromleitungen, die ihr beim Spaziergang nahe Frankfurt die Wege querten. Stille Komik beherrscht den Amerikaner Christian Hawkey, der hinter dem Bücherregal nach Verstand sucht, ihn dort aber natürlich niemals finden wird. Und fast zärtlich beschreibt der Bulgare Georgi Gospadinov, wie er die Poesie im Küchenschrank seiner Großmutter fand.

Es war ein sinnliches Fest, dieses "Poetry on the Road 2008", voller Überraschungen - Poesie, die einerseits durch ihre konstruierte Einfachheit bestach und andererseits an ihre Grenzen ging. Nur die 28-jährige Berlinerin Lydia Daher hat sie überschritten. 2005 in Leipzig noch zur besten Bühnenpoetin gekürt, sorgte sie in Bremen für Schockstarre im Publikum. Zu salopp - ihre Dichtung, ihre Musik zu nahe am Schlager, zu einfach, zu banal, zu laut. Vielleicht findet sie irgendwann ihren Platz, irgendwo  bei einer Plattenfirma, zunächst aber wohl nicht mehr beim Bremer Lyrikfestival. Dessen Leiterin Regina Dyck flüstert dafür andere Träume ins Mikrophon, für die nächste, die zehnte Ausgabe von "Poetry on the Road": "Wir arbeiten dran. Also bei Paul Mc Cartney könnte es vielleicht durchaus sein, dass es vielleicht irgendwie einen Hauch von Möglichkeit geben könnte."

  Quasim Haddad [Quelle: Radio Bremen, Sunya Lee Antoine]
Quassim Haddad

Katharina Hacker [Quelle: Radio Bremen, Sunya Lee Antoine]
Katharina Hacker

 
             
     
VideoAbschluss Poetry on the Road, [3'27]
  Von Jens Schellhass.
19. Mai 2008 | Nordwestradio
     
             
  Vielzahl hoch angesehener, internationaler Autoren zu Gast
"Poetry on the Road" hat sich in seiner achtjährigen Geschichte zu einem der wichtigsten Lyrikfestivals überhaupt entwickelt. Seine Bedeutung hat es vor allem durch die Vielzahl hoch angesehener, internationaler Autoren bekommen. Wie schon in der Vergangenheit lesen die Autoren nicht nur ihre Gedichte, sie werden auch immer wieder von Tanz, Gesang und Videoinstallationen begleitet. Zu den bekanntesten Autoren dieses Genres gehört die Amerikanerin Anne Waldman, die bereits mit Allan Ginsberg, Patty Smith und Lou Reed zusammen gearbeitet hat.
Zu den wichtigsten deutschen Autoren, die in diesem Jahr anreisen, zählen Jürgen Becker, Durs Grünbein, Rolf Hochhuth oder die 28-jährige Sängerin und Dichterin Lydia Daher. Wenn zur Eröffnung des Festivals der israelische Autor Amir Or und die Libanesin Joumana Haddad lesen, wird einmal mehr eine utopische Bedeutung von Poesie deutlich, erklärten die Organisatoren des Festivals.
  Beat Brechbühl [Quelle: radio Bremen, Kornelia Arjangui]
Beat Brechbühl

Piotr Sommer [Quelle: Radio Bremen, Kornelia Arjangui]
Pjotr Sommer

Anne Waldmann [Quelle: Radio Bremen, Kornelia Arjangui]
Anne Waldmann
 
             
     
VideoAnündigung: Poetry on the Road 2008, [3'41]
  Von Jens Schellhass.
15. Mai 2008 | Nordwestradio
   
     
VideoWas erwartet uns in diesem Jahr?, [6'08]
  Gaby Schuylenburg im Gespräch mit Michael Augustin.
15. Mai 2008 | Nordwestradio
     
     
VideoAnsichten: Poetry on the Road, [9'46]
  Moderation: Ulla Hamann.
13. Mai 2008 | RB TV
     
               
        Michael Augustin, regina Dyck, Moderatorin Ulla hamann [Quelle. Radio Bremen]
Zu Gast bei Ulla Hamann im RB TV: Michael Augustin und Regina Dyck, die Organisatoren von Poetry on the Road.
     
             
  Porträt Lydia Daher
"Dafür, dass ich es eigentlich nicht kann, kann ich es eigentlich ganz gut", sagt Lydia Daher zu ihrer Musik. Wer jetzt denkt, sie wäre eine überhebliche Pop-Exzentrikerin, hat unrecht. Denn was sie sagt ist ganz einfach wahr: Alles was sie macht, wird zum Erfolg. Der Spiegel sagt, sie sei ein "großes Talent", die FAZ bewertet ihre Songs als "wundervolle Ansammlung von Sprechgesängen." Dahers Gedichtband "Kein Tamtam für diesen Tag" und ihr poetisches Rock-Album "Lydia Daher", das 2007 im Independent-Plattenlabel Trikont erschienen ist, wurden sowohl von Insidern als auch von Pressekritikern euphorisch gefeiert. Aber was verbirgt sich wirklich hinter dem Phänomen Lydia Daher? Anna Berkhout zeigt die Facetten eines erfolgreichen Newcomer-Stars, der Poesie bei Jugendlichen wieder populär macht.
  Lydia Daher [Quelle: Radio Bremen, Sunya Lee Antoine]
Lydia Daher
 
     
VideoPorträt Lydia Daher, [3'26]
  Von Anna Berkhout.
15. Mai 2008 | Nordwestradio
     
             
  Porträt Lutz Seiler - Bremer Literaturpreisträger 2004
"Seine Gedichte haben etwas von Schallarchiven, in denen es rauscht und knackt, wie wenn man am Radio quer durch die Sender huscht, hier eine Nachricht, dort ein Stück Volksmusik, dort eine Live-Übertragung erwischt”, schreibt die Süddeutsche Zeitung über den Bremer Literaturpreisträger Lutz Seiler.
  Lutz Seiler [Quelle: Radio Bremen]
 
     
VideoPorträt Lutz Seiler, [3'08]
  Von Klaus Thies.
     
             
  Porträt Jürgen Becker - Bremer Literaturpreisträger 1987
Man kennt die Beispiele aus der Malerei, wie Cezanne immer vor dem Motiv saß, vor bestimmten Landschaftsformen, die er längst kannte und doch immer wieder neu sah bei der Veränderung von Licht oder Klima oder Jahreszeit. So muß man sich den Schriftsteller Jürgen Becker denken, der übrigens gern Maler geworden wäre, hätte er nur eine Begabung gehabt. Da dem nicht so ist, dürfen wir ihn im Theater der Shakespeare-Company erleben, Jürgen Becker, den Bremer Literaturpreisträger von 1987.
     
     
VideoPortrait Jürgen Becker, [3'41]
  Von Klaus Thies.
     
             
  Ausstellung Friederike Mayröcker und Ernst Jandl: Konkrete und experimentelle Poesie
Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen, die in Kooperation mit dem Literaturfestival "Poetry on the Road" stattfindet, zeigt Bücher, Künstlerbücher, Schallplatten, Beiträge in Zeitschriften, Hörspiele, Zeichnungen und Kinderbücher der beiden Wiener Autoren. Weiterhin bietet die Ausstellung dem Besucher durch eine Leseecke und eine Jukebox mit Hörstücken und Lesungen die Möglichkeit zu einer längeren Auseinandersetzung mit ihrer Sprachkunst.
Parallel zeigt das Studienzentrum den Zyklus "1 Nervensommer" von Friederike Mayröcker und Andreas Grunert, der als Gemeinschaftsarbeit innerhalb eines Jahres entstand. Die gegenseitige Inspiration und Beeinflussung durch Text und Bild ließ in wechselseitiger Reaktion diese Arbeit entstehen.
16. Mai - 31. August 2008 | Neues Museum Weserburg
  Ernst Jandl und Friederike Mayröcker [Quelle: Radio Bremen]
Bücher, Künstlerbücher, Schallplatten, Beiträge in Zeitschriften, Hörspiele, Zeichnungen und Kinderbücher der beiden Wiener Autoren sind vom 16. Mai - 31. August 2008 im Neuen Museum Weserburg zu sehen.
 
      LinkMehr zu der Ausstellung      
             
  Weitere Informationen      
      LinkDie Vorjahre - Highlights      
      LinkPoetry on the Road      
           
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  © Radio Bremengeändert am 29.05.2008
   
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