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Omara Portuondo: "Gracias"
        Musik aus Kuba
 
        Zu ihrem 60-jährigen Bühnenjubiläum als Sängerin stellt uns die einzige Frau aus der berühmten kubanischen Altherrenriege Buena Vista Social Club zu Beginn ihrer Europa-Tournee mit "Gracias" ein neues Solo-Album vor.
         
 
Unerwartete Folgen eines zufälligen Besuchs im Tonstudio
Wäre sie 1996 nicht zufällig in den Egrem-Plattenstudios in Havanna gewesen, würde sie hierzulande wohl kaum jemand kennen. Der als Projekt von Ry Cooder in die Geschichte eingegangene Buena Vista Social Club war gerade dabei, jene Plattenaufnahmen einzuspielen, die den Grundstein für den Buena-Vista-Boom inklusive Wim Wenders-Film legten. Omara Portuondo wurde kurzerhand gebeten mitzusingen, und damit begann ihre zweite Karriere, diesmal von Weltruhm - als einzige Frau innerhalb der kubanischen Altherrenriege.
         
 
Mit 78 Jahren, da fängt das Lächeln an…
Natürlich darf man sich mit 78 Jahren fragen, was einem das Leben noch so zu bieten hat: Für Omara Portuondo ist die Antwort in dem Song "Lo que me queda por vivir" versöhnlich und klar: ein Lächeln in den Armen ihres Allerliebsten. Auch hier zeigt sich die Große Dame des "Filin" als Meisterin jener gefühlsbetonten kubanischen Mischung aus brasilianischem Bossa und amerikanischem Swing.
         
 
Facettenreiche Jubiläumsplatte nach 60 Bühnenjahren
Doch ihr Album "Gracias", mit dem Omara Portuondo auf 60 Jahre musikalische Bühnenerfahrung zurückblickt, bietet weit mehr, da sie ihren musikalischen Vorlieben freien Lauf läßt: Mit dieser Platte sagt sie nicht nur ihren musikalischen Weggefährten "Danke", sondern sie präsentiert ihre Lieblingslieder, hat ihre Lieblings-Songwriter und Lieblingsmusiker um sich geschart: So kommen wir in den Genuß eines excellent ausgewählten Quintetts: einerseits aus langjährigen kubanischen Mitstreitern und andererseits internationaler Stars wie etwa Trilok Gurtu an der Percussion. Dazu stoßen ein Dutzend Gastmusiker, die es ebenfalls in sich haben.
         
 
Hinreißendes Duett mit Chico Buarque
An der Seite der brasilianischen Songwriter-Legende Chico Buarque interpretiert Omara einen seiner Songs als hinreißendes Duett. Insgesamt fällt auf, wie mühelos die Sängerin die Register wechselt. Plötzlich verliert sich alle Heiterkeit, sie wird melancholisch und wünscht sich einen Wirbelwind, der alle Traurigkeit wegfegt, oder einen Platzregen, dessen Ende bereits wieder keimende Hoffnung verspricht.
         
 
Gefühlsbetonte Balladen
Omaras Stärke liegt nach wie vor in gefühlsbetonten Balladen, die - trotz ihrer im Alter ein wenig brüchig gewordenen Stimme, vor allem, wenn’s in Forte geht - nichts von ihrem anmutigen Reiz verloren haben. Und natürlich hören wir ebenso ein paar ihrer noch lebenden Weggefährten vom Buena Vista Social Club: Die großartigen Chucho Valdés am Klavier und Cachaito López am Baß, übrigens mit einem Lied, das ihr Sohn für sie komponiert hat.
         
 
Bittersüß und nachdenklich
Am überzeugendsten singt Omara Portuondo, wenn fast die Tränen kommen, etwa, wenn sie bittersüß und nachdenklich die kindliche Unschuld und das schwierige Erwachsenwerden reflektiert. "Gracias", der Soundtrack für einen letzten lauen Spätsommerabend.
       
        [Autor: Andreas Kisters]
       
     
VideoOmara Portuondo : "Gracias"
  Von Andreas Kisters.
22. September 2008 | Nordwestradio
        Musik 1: "Lo que me queda por vivir"
Musik 2: "Gracias"
Musik 3: "O que será"
Musik 4: "Rabo de nube"
Musik 5: "Nuestro gran amor"
Musik 6: "Cuento para un niño"
       
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CD-Cover:  Omara Portuondo: "Gracias"
Omara Portuondo: "Gracias"
CD veröffentlicht bei World Village September 2008

 
 
   
  © Radio Bremengeändert am 23.09.2008
   
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