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Lila Downs: "Shake away"
        Songwriting zwischen Mexiko und USA
 
        Puristen werden jede Mischung aus indigenen indianisch-mexikanischen Kulturen und US-amerikanischem Songwriting verschmähen. Dass eine solche Synthese fruchtbar und überzeugend sein kann, beweist die mexikanisch-amerikanische Sängerin Lila Downs mit ihrem CD-Album "Shake away".
         
 
Weltmusikkarriere mit indianischem Erbe
Mit ihrem ersten Dutzend Plattenveröffentlichungen hat Lila Downs dazu beigetragen, dass weltmusikalisch Interessierte ein wenig mehr Ahnung von der Vielfalt der indigenen Kulturen Mexikos bekamen. Nach der publikumswirksamen Mitarbeit im Oscar-prämierten Kinofilm Frida, der das Leben der berühmten mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo zeigte, und dem Latin Grammy Award für das beste Folk Album im Jahre 2004, meldet sich die mexikanisch-amerikanische Liedermacherin mit ihrem neuen, in New York und Mexiko produzierten Album „Shake away“ zu Wort.
         
 
Zwischen politisch engagiertem Songwriting und mexikanischer Fiesta
Schon die ersten Takte versetzen uns mit einer Mischung aus Mariachi-Bläsern, Balkan-Brass und karnevalistischer Marching Band aus Louisiana in eine heiter ausgelassene Feststimmung, bei der nicht unbedingt politisch engagiertes Songwriting mit indianischem Hintergrund zu vermuten ist. Und doch setzt sich Lila Downs in diesem - wie in einer Reihe ihrer Songs auf der CD "Shake away" - mit dem Schicksal der (oft illegal eingewanderten) "Latino-Gastarbeiter" in den Vereinigten Staaten auseinander.
         
 
Multikulturelle Gene
Sie weiß, wovon sie redet bzw. singt, schließlich ist sie selbst ein Produkt der Migration. Geboren wurde Lila Downs im mexikanischen Staat Oaxaca, als Tochter einer indianisch-mexikanischen Kabarettsängerin und einem US-amerikanischen Filmemacher mit schottischer Abstammung. Die Wahl ihrer eigenen künstlerischen Mittel ist insofern eine organische Fortsetzungsgeschichte. Sie wuchs in beiden Staaten auf, war ebenso vertraut mit mexikanischer Folklore wie mit US-amerikanischer Popmusik.
         
 
Zwischen farbenfrohen Gewändern und schamanischen Schlangenbeschwörern
Es folgten Gesangsstudien an der Kunsthochschule in Oaxaca und anthropologische an der Universität in Minnesota. Dass sie sich in die Symbolik der Webarbeiten indianischer Frauen vertiefte, hängt wohl mit der Herkunft ihrer Mutter zusammen. Im Booklet und bei ihren Auftritten präsentiert sie sich jedenfalls mit entsprechend stilisierten, farbenfrohen Gewändern und greift auch sonst gerne auf indianische Kultur zurück. Im Titelsong "Shake away" will sie sich wie eine Schlange häuten und damit ihrer Sorgen entledigen - ohne Angst vor schamanischen Stimmexplosionen...
         
 
Stilistisch vielseitige Begleitmusiker
Dabei wird sie gekonnt begleitet von ihrer Band La Misteriosa, ein pan-amerikanisch besetztes Septett, das stilistisch vielseitig von Blues über Rock, Jazz, Reggae, Funk, Klezmer oder traditionelle lateinamerikanische Lied- und Tanzformen alles zu beherrschen scheint. Mit dabei ihr langjähriger Wegbegleiter, der amerikanische Saxophonist und Songwriter Paul Cohen, mit dem sie gemeinsam die Songs und Arrangements schreibt.
         
 
Überzeugender Südstaaten-Blues
Heute pendelt Lila übrigens zwischen New York und ihrer mexikanischen Heimat, wo nach indianischem Ritus ihre Nabelschnur begraben liegt: damit sie immer wieder zurückkehrt. Zwischendurch muss sie aber mal längere Zeit im amerikanischen Südwesten Halt gemacht haben bzw. "on the road" gewesen sein, sonst könnte sie kaum so überzeugend den rauen Südstaaten-Blues intonieren wie zum Beispiel im Song "Minimum wage".
         
 
Eindrucksvolle Duette
Auf ihrer enorm abwechslungsreichen CD "Shake away" singt Lila Downs etwa zur Hälfte in englisch und spanisch, wobei sie einige Male prominente Unterstützung bekommt, etwa von dem New Yorker Soul-Songwriter Raul Midón oder von Enrique Bunbury, dem Frontman der spanischen Rockband Heroes del Silencio. Das eindrucksvollste Duett – eine Ode an die verlassene Heimaterde - singt sie allerdings mit einer anderen Lateinamerikanerin mit indianischen Wurzeln: der argentinischen Legende Mercedes Sosa.
         
 
Weitere Informationen
www.liladowns.com
       
        [Autor: Andreas Kisters]
       
     
VideoCD-Tipp Lila Downs: "Shake away" , [3'53]
  Andreas Kisters
        Musik 1: "Little man"
Musik 2: "Taco de palabras"
Musik 3: "Shake away"
Musik 4: "I would never"
Musik 5: "Minimum wage"
Musik 6: "Tierra de luz"
       
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CD-Cover Lila Downs: "Shake away" [Quelle: EMI]
Lila Downs: "Shake away"
Blue Note/EMI, veröffentlicht am 31. Oktober 2008

 
 
   
  © Radio Bremengeändert am 21.10.2008
   
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