Zur Startseite von Radio Bremen Zur ARD
         
Zurück zu:Themen aktuell
         
 
Mäurer fordert staatliche Heroinabgabe  
  Vorschlag des Bremer Innensenators soll Schwerstabhängigen zum Ausstieg verhelfen      
       
     

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat sich für eine staatliche Heroinabgabe an Drogensüchtige ausgesprochen - unter bestimmten Voraussetzungen. „Damit könne man Süchtigen beim Ausstieg helfen“, sagte Mäurer in der Radio-Bremen-Fernsehsendung "buten un binnen“. "Ich bin dafür, dass man ihnen unter staatlicher Kontrolle die Möglichkeit gibt auszusteigen. Dass heißt, dass man Heroin durch Ärzte verabreicht", sagte der Innensenator. Er glaube nicht, dass man durch Prävention und Polizeiarbeit alleine die Drogenproblematik bekämpfen könne.

Eine von der Bundesregierung finanzierte Studie war Anfang 2008 zu dem Ergebnis gekommen, dass eine staatliche Abgabe des Stoffs einen drastischen Rückgang bei der Beschaffungskriminalität bewirkt hatte. In Modellprojekten in Hamburg, Bonn, Hannover, Karlsruhe, Frankfurt, Köln und München wurde Heroin an Abhängige verteilt - über mehrer Jahre. Neben der sinkenden Straffälligkeit habe sich auch der Gesundheitszustand der Konsumenten verbessert. Derzeit sperrt sich die CDU-Bundestagsfraktion gegen einen Bundesrats-Beschluss zur Heroinabgabe.

  Ulrich Mäurer [Quelle: Radio Bremen]
Ulrich Mäurer im Studiogespräch.
 
   
VideoMäurer zieht Bilanz nach 100 Tagen, [3'03]
  Moderatorin Michaela Herold führt das Interview.
15. August 2008 | buten un binen
   
    Externer LinkHeroinstudie      
      Studie über bundesdeutsche Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger.      
             
 

Parteien kritisieren Mäurers Drogenpolitik
Die Grünen als Koalitionspartner der SPD wollen den Vorschlag nicht prinzipiell ablehnen, zweifeln aber am Nutzen. Die Kosten lägen laut eines Sprechers schätzungsweise bei mehreren hunderttausend Euro. Andererseits könne man nur Wenigen wirklich helfen, da die meisten Heroinabhängigen auch von weiteren Drogen abhängig seien. Außerdem sei die Szene hier eine deutlich andere und zudem kleiner als beispielsweise in Frankfurt oder Berlin. Nach Ansicht der gesundheitspolitischen Sprecherin der Bremer CDU, Rita Mohr-Lüllmann, könnte die Beschaffungskriminalität auch zurückgehen, wenn der Ersatzstoff Methadon konsequent vergeben würde. "Wir müssen die psychosoziale Begleitung Abhängiger verbessern, um größeren Erfolg bei Aussteigern zu haben“, so Mohr-Lüllmann. Nach Auffassung des Bremer Drogenhilfezentrums würde der Plan Mäurers nur wenigen Prozent der insgesamt etwa 3.000 Heroinabhängigen in Bremen helfen.

  Bürgerschaft Bremen [Quelle: Radio Bremen]
Bei vielen Parteien stößt Mäures Vorschlag auf Skepsis.
 
           
  Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Mäurer, der Willi Lemke als Innensenator abgelöst hat, zog eine positive Bilanz der ersten 100 Tage seiner Amtszeit. Die Schwerpunkte, die die Polizei setze, zeigten Wirkung. So habe sich zum Beispiel die Sicherheitslage auf der Diskomeile in der Bremer Innenstadt verbessert. Auch die Aktionen der Polizei gegen die Jugendkriminalität in Bremen-Nord seien erfolgreich. Durch die Präsenz von mehr Beamten sei auch der öffentliche Drogenhandel im Viertel zurückgegangen.
  Schild: Polizei Bremen [Quelle: Radio Bremen]  
    LinkUlrich Mäurer wird Lemke Nachfolger      
         
    DruckversionDruckversion      
 
 
   
  © Radio Bremengeändert am 20.08.2008
   
Online
   I Themen  I Archiv  I Kontakt
 I Home  I Radio  I TV  I Magazin  I Über uns  I Hilfe  I Sitemap  I Impressum