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Annemarie Mevissen |
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Ehemalige Bremer Bürgermeisterin |
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Bremens ehemalige zweite Bürgermeisterin und Ehrenbürgerin
Annemarie Mevissen ist in der Nacht vom 12. auf den
13. Juli 2006 im Alter von 91 Jahren gestorben. Rund
400 Bürger, Politiker und Verwandte haben am 24.
Juli 2006 im Bremer Rathaus von der Politikerin Abschied
genommen. In seiner Trauerrede betonte Bürgermeister
Jens Böhrnsen die Verdienste der langjährigen
Senatorin um ihre Geburtsstadt. Die frühere Bürgermeisterin
sei fast 30 Jahre das soziale Gewissen Bremens gewesen,
fügte er hinzu. Viele Weggefährten würdigten
Mevissen als eine streitbare Politikerin, die sich aber
immer um die Verständigung zwischen den politischen
Lagern bemüht habe.
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Nachruf,
[3'09] |
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Von Gabriele Intemann.
14. Juli 2006 | Radio Bremen
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Annemarie
Mevissen, [6'34] |
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Von Susanne Brahms.
22. Juli 2006 | buten un binnen |
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Trauerfeier
im Rathaus, [0'48] |
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Von Hannes Agena.
24. Juli 2006 | buten un binnen |
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Eine beispiellose Karriere
Annemarie Mevissen wurde am 24. Oktober 1914
in Bremen geboren und wuchs im Werderland auf. Im Jahre
1934 zog sie in ein Siedlungshaus in Oberneuland, in
dem sie bis zu ihrem Lebensende wohnte. Sie entstammte
einer Familie mit sozialdemokratischer Tradition.
Ihr Vater Wilhelm Schmidt zählte in Bremen zu den
bekanntesten Sozialpolitikern der Weimarer Republik.
Bereits 1933 wurde er von den Nazis aus dem öffentlichen
Dienst entfernt und später in ein Arbeitslager
gebracht. Nach 1945 war ihr Vater wesentlich am Wiederaufbau
der Bremer Verwaltung beteiligt. Seiner Tochter Annemarie
wurde das Lehramtsstudium mit der Begründung "politisch
unzuverlässig" verweigert, weil sie sich in
der Arbeiterjugend engagiert hatte. Stattdessen ging
sie als Buchhändlerin nach Leipzig, Marburg und
Göttingen. 1943 heiratete sie den Verlagsbuchhändler
Werner Mevissen, der als Bibliotheksdirektor bis zum
Ruhestand 1975 über dreißig Jahre die Stadtbibliothek
Bremen leitete.
![Der Bremer Senat 1963 [Quelle: DPA]](_bild/300_senat.jpg)
Der Bremer Senat 1963 - Annemarie Mevissen in der Mitte
zwischen Wilhelm Kaisen und Willy Dehnkamp.
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Eine herausragende Politikerin
1947 wurde Mevissen für die SPD als damals jüngste
Abgeordnete in die Bremische Bürgerschaft gewählt.
1951 wurde Annemarie Mevissen von Bürgermeister
Wilhelm Kaisen als Senatorin für das Jugendwesen
berufen. Voller Idealismus und Tatkraft ging Annemarie
Mevissen daran, die materiellen und sozialen Notstände
in Bremen zu überwinden. Gleiche Chancen, am Leben
der Gemeinschaft teilzunehmen, war die entscheidende
Triebkraft für ihren politischen Einsatz. In den
23 Jahren ihrer Amtszeit wurde Bremen Schrittmacher
für die Errichtung von beschützenden Werkstätten,
Obdachlosenhilfe und Altenarbeit. Unter ihrer Ägide
entstanden viele Sportplätze, Bäder und Erholungsgebiete,
die den Ruf Bremens als sportfreudige Stadt begründeten.
Annemarie Mevissen war die erste Frau, die in einem
Bundesland der Bundesrepublik Deutschland das Amt eines
stellvertretenden Regierungschefs innehatte. Dies war
und blieb bis zu ihrer Verabschiedung aus dem Senat
im Jahre 1975 so ungewöhnlich, dass sie immer unter
der männlichen Amtsbezeichnung "Bürgermeister"
geführt wurde. Ihr damaliger Chef, Bürgermeister
a.D. Hans Koschnick, hat Annemarie Mevissen als eine
Persönlichkeit charakterisiert, die "ein ganzes
Leben in engagierter Arbeit in der Politik für
unser Land tätig war".
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![Annemarie Mevissen spricht zu Demonstranten [Quelle: Radio Bremen]](_bild/mevissen_megaphon.jpg)
Annemarie Mevissen auf der Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhung
der Bremer Straßenbahn 1968 |
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Annemarie Mevissen galt als
Politikerin von Format und gleichzeitig als Frau mit großer
Ausstrahlung und Energie. Politik war für sie nicht
nur Männersache. Trotz Ehemann und zwei Kindern widmete
sie ihre volle Arbeitskraft dem Wohle Bremens. Ihr immenses
Arbeitspensum ließ sich wohl nur mit der Freude
erklären, ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit zu erreichen.
Spätestens seit den Schüler- und Studentendemonstrationen
um die geplanten Tariferhöhungen der Bremer Straßenbahn
im Januar 1968 erwarb sie sich den Ruf, der "einzige
Mann im Senat zu sein. Sie kletterte auf eine Streusandkiste
und fand die richtigen Worte, um die gefährliche
Situation wieder in Richtung Dialog zu lenken. |
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Dienstälteste Landesministerin
Im Februar 1975 schied sie nach 23 Jahren als
bis dahin dienstälteste Landesministerin der Bundesrepublik
Deutschland aus der Politik aus. Danach verschaffte
sich Annemarie Mevissen Anerkennung als Malerin und
schrieb verschiedene Bücher über Bremen. Im
Haus der Bremischen Bürgerschaft wurden ihre Bilder
mit Bremer Motiven wiederholt ausgestellt.
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![Annemarie Mevissen und Barbara Grobien zusammen
mit Henning Scherf [Quelle: Senatspressestelle]](_bild/300_ehrenbuergerinnen.jpg)
Annemarie Mevissen und Barbara Grobien zusammen
mit Henning Scherf in der Oberen Rathaushalle
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Ehrenbürgerin der Stadt
Bremen
Im September 2005 verlieh ihr der Senat das Ehrenbürgerrecht.
Damit gehört Annemarie Mevissen zu den beiden ersten
Ehrenbürgerinnen der Freien Hansestadt Bremen.
Der Senat würdigte dadurch die bedeutenden und
bleibenden Leistungen der Hanseatin um Bremen sowie
ihr vorbildliches und selbstloses Engagement.
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Annemarie
Mevissen wird Ehrenbürgerin, [2'53] |
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Von Nataly Naeschke
5. Oktober 2005 | Bremen Eins
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