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Eisbären im Dienste des Klimaschutzes  
      Sympathieträger soll für Klimaprobleme sensibilisieren.      
   

Eisbären brauchen Eis, doch davon gibt es in den arktischen Regionen immer weniger. Den Tieren taut regelrecht die Lebensgrundlage weg und ihre Situation wird immer dramatischer. Gefährliches Raubtier und Sympathieträger - Eisbären sollen nun für Klimaprobleme sensibilisieren.

     
             
      Eisbär im Zoo von Bremerhaven [Quelle: Radio Bremen]
Eisbären bald nur noch im Zoo?
     
             
    AudioKeine Eisbären ohne Eis, [3'22]      
      Von Bianca Jacobi.
27. Januar 2007 | Nordwestradio
     
             
  Sympathieträger Eisbär
Für Stefan Ziegler vom World Wildlife Fund (WWF) ist der Eisbär das Symbol der Arktis. Nur dort, am Nordpol kommt er vor, der Eisbär, und steht konkurrenzlos an der Spitze der Nahrungskette. "Er hat diese Emotionalität, um die Klimaschutzarbeit auch 'rüber zu bringen, an die Bevölkerung und Politiker", so Stefan Ziegler, deshalb benutzt der WWF das Tier als Flaggschiff für die Klimaschutz-Arbeit.
  Eisbär in der Sonne auf einem Felsen [Quelle: Radio Bremen]
Sympathisches, aber auch gefährliches Raubtier.
 
           
  Das Packeis schmilzt viel schneller als gedacht
Die Weltnaturschutz-Union hat den Eisbären im vergangen Jahr auf die rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten gesetzt. Nicht erst seit dem neuesten UN-Klimabericht wissen Naturschutzorganisationen, dass die Klimaveränderung den Lebensraum des Eisbären zerstört. Mit dem aktuellen UN Klimabericht hat sich die Lebensperspektive für den Eisbären nicht verbessert. "Es ist sicher dramatischer für den Eisbären, als das noch vor vier Jahren war, weil wir einfach mittlerweile wissen, dass das Abtauen des Packeises voranschreitet", sagt der Experte vom WWF. "Und das Packeis ist ja letztendlich die Lebensgrundlage des Eisbären, dort jagt er, dort zieht er auch seine Jungen hoch - ohne Packeis kann er nicht leben, weil er sonst keine Robben findet, die er ja frisst. Wir wissen, dass das Eisabschmelzen noch viel schneller stattfindet, als man das noch vor vier Jahren gedacht hat."
   
             
  Ohne Packeis werden die Eisbären verhungern
Wenn Meerwasser gefriert, können sich Eisschollen aufeinander schieben und Packeis entsteht. Durch die Erderwärmung friert das Meerwasser aber im arktischen Herbst später und das Meer-Eis taut im Frühjahr eher. Die Zeit, in der das Meer mit Packeis bedeckt ist, ist also kürzer und den Bären fehlt ihr Revier. "Der Eisbär jagt auf dem Packeis. Jede Woche, die er nicht auf das Packeis hinausgehen kann fehlen ihm 10 Kilo Körpergewicht, und da ist die Gefahr, dass er letztendlich verhungert", beschreibt Stefan Ziegler das Dilemma der Tiere.
  Eisbär in künstlichem Lebensraum [Quelle: Radio Bremen]
Ohne das Packeis müssen Eisbären hungern.
 
             
  Am schlimmsten betroffen sind Regionen ohne Landmasse
Zwanzig verschiedene Eisbär-Populationen gibt es in arktischen Regionen. Die meisten davon leben in Kanada. Je nach Region werden die Eisbären unterschiedlich vom Abtauen des Packeises betroffen sein. In Grönland oder Spitzbergen, wo viel Meer den Lebensraum der Bären umgibt, werden die Tiere wohl am meisten leiden. In Regionen mit mehr Landmasse ist die Klimaerwärmung und das Abtauen des Eises nicht ganz so drastisch, "diese Bestände haben wohl eine bessere Chance", sagt Ziegler.
     
             
  Zuchtprogramme der Zoos können wenig ausrichten
Die besten Chancen zu überleben haben wohl Eisbären im Zoo. Doch das Erhaltungs-Zuchtprogramm, das es in Zoos gibt, sollte nicht als künstliche Aufrechterhaltung der Art verstanden werden, wie die Direktorin des Bremerhavener Zoos am Meer Dr. Heike Kück erklärt: "Die Zoos haben die Aufgabe Tiere, die möglicherweise vom Aussterben bedroht sind, wieder auszuwildern. Aber wenn die Situation so ist, dass es die Arktis nicht mehr gibt, dann hat man keinen Lebensraum, wohin man auswildern kann".
  Spielende Eisbären [Quelle: Radio Bremen]
Wohin auswildern, wenn es keinen Lebensraum mehr gibt?
 
             
  Eisbär-Ausstellung im Zoo in Bremerhaven
Im Polarjahr will die Zoodirektorin gemeinsam mit dem WWF Deutschland Eisbären in den Fordergrund stellen. Mit einer Ausstellung und verschiedenen Mitmachaktionen sollen die Zoobesucher für das Thema sensibilisiert werden. Heike Kück ist klar, dass diese Aktion nicht jeden erreichen wird, "aber man kann nicht die Flinte ins Korn werfen". Ohne erhobenen Zeigefinger will sie die Menschen darüber informieren, was wirklich passiert.
     
             
  Globales Handeln nötig
Was wirklich passiert untersuchen Wissenschaftler auch weiterhin. Doch eine Erkenntnis hat sich schon manifestiert, da sind sich Wissenschaftler und Naturschutzorganisationen einig: Wir werden die Eisbären mit regionalen Maßnahmen, die nur in der Arktis durchgeführt werden, nicht retten können, weiß Ziegler. "Es ist wirklich eine globale Aufgabe, die nur durch die Reduzierung zum Beispiel von CO2 bewerkstelligt werden kann".
     
           
  Weitere Informationen      
    LinkEisbären im Zoo am Meer in Bremerhaven      
    LinkKlimawandel-Dossier      
      Radio-Bremen-Special zum Thema      
    LinkZoo am Meer Bremerhaven      
    LinkWWF: Eisbär      
    LinkEisbären-Zählung: Dezimiert und untergewichtig      
      Nano (3sat)      
           
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  © Radio Bremengeändert am 14.03.2007
   
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