 |
Eiszeit oder Hitzetod? |
 |
|
 |
| |
|
|
Die Rolle der Polargebiete für das Klima
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
Es ist noch nicht lange her, da hat sich die Menschheit vor der
nächsten Eiszeit gefürchtet. Doch derzeit deuten die Zeichen
eher darauf hin, dass der Globus den Hitzetod sterben könnte.
Schuld daran sind die Treibhausgase. Am dramatischsten macht sich
die Erwärmung schon heute in den Polargebieten bemerkbar. Das
ist doppelt schlimm: Diese Gebiete spielen eine Schlüsselrolle
im Klimageschehen.
|
|
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
![Gletscher [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/umwelt/klima/_bild/gletscher_300.jpg)
Teufelskreis: Wenn die Gletscher schmelzen, wird weniger Sonnenenergie
reflektiert und die Erde wärmt sich auf. Dies führt zu weiterer
Eisschmelze.
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
Eiszeit
oder Hitzetod?, [3'09] |
|
|
|
| |
|
|
Von Folkert Lenz.
26. März 2007 | Nordwestradio
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
 |
 |
Immer weniger Eis an den
Polen
Von Jahr zu Jahr friert das Meer in der Arktis weniger zu. Schon Mitte
dieses Jahrhunderts wird es im Sommer vielleicht gar kein Eis mehr
am Nordpol geben, so die düstere Prognose der Klimaexperten.
Ähnlich sieht es in der Antarktis aus: Die Gletscher werden immer
dünner, fließen schneller ins Meer - und schmelzen. Eine
fatale Entwicklung, meint Professor Alfred Miller vom Bremerhavener
Alfred-Wegener-Institut. "Dieses Eis beeinflusst den Strahlungshaushalt
der Erde, also die Menge an Energie, die in unser Atmosphären-
und Ozeansystem eingetragen wird. Und wenn sich diese Flächen
verändern sollten, dann hat das natürlich einen ganz entscheidenden
Einfluss auf das globale Klima."
| |
|
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
 |
 |
Temperatur-Unterschiede als Wettermotor
Wichtig für das Klima sind auch die Wasserflächen
auf der Erdkugel. Der Temperaturunterschied zwischen den relativ warmen
Weltmeeren und den kalten Polarregionen hält den Wettermotor
in Gang. Warmes Wasser kühlt sich an der Antarktis ab und versinkt.
Ähnlich funktioniert der Kreislauf im nordpolaren Meer: wie eine
gigantische Wärmepumpe.
Der Bremerhavener Ozeanograph Eberhard Fahrbach: "Die ganze Wärme,
die in der Atmosphäre bis zum oberen Rand von 100 Kilometern
enthalten ist, kann man in eine drei Meter tiefe Ozeanschicht packen.
Das bedeutet, wenn irgendwelche Veränderungen in diesem Klimasystem,
in diesem Wärmehaushalt erfolgen, dann spielt da der Ozean als
Wärmespeicher eine ganz wesentliche Rolle: Er kann sowohl Wärme
abgeben als auch aufnehmen."
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
 |
 |
Weiße Polargebiete gegen das Aufheizen
Genauso eine wichtige Rolle spielt der Grad der Eisbedeckung des
Globus. Ist viel Schnee und Eis auf der Oberfläche, bleibt
das Klima kühler und stabil. Schmilzt das Eis aber, dann reflektiert
die Erde nicht mehr so viel Sonnenlicht ins All zurück, sondern
schluckt die Wärme - sie absorbiert Energie. Das ist der Fall,
wenn sich die Wasserflächen auf Kosten des Eises vergrößern,
erklärt der Umweltphysiker Peter Lemke von der Universität
Bremen: "Wenn die Polargebiete verschwinden, ist der Planet
dunkel, dann ist der Ozean dunkel und viel wärmer. Das Beispiel
soll zeigen, dass in der Energiebilanz die Reflektivität eine
ganz große Rolle spielt, ebenso wie die Polargebiete eine
ganz große Rolle spielen. Sie müssen weiß bleiben,
damit der Temperatur-Gegensatz einigermaßen aufrecht erhalten
bleibt."
| |
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|

Eisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
 |
 |
Mit den Gletschern verschwindet die
Reflexion
Stattdessen aber gehen die Gletscher weltweit zurück. Damit
verschwinden weitere Reflexionsflächen für Sonnenstrahlen.
Diese heizen die Erde weiter auf und das Eis schmilzt noch schneller.
Die Folge: Es wird wärmer, bis zu 4,5 Grad bis zum Ende des
Jahrhunderts. Für die Polarregionen sagen die Forscher sogar
einen deutlich höheren Temperaturanstieg voraus.
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
| |
 |
 |
Meeresspiegel könnte dramatisch
steigen
Dieser Temperaturanstieg hat Folgen für den Meeresspiegel,
rechnet Peter Lemke vor. "Der Ozean hat zurzeit einen Meeresspiegel-Anstieg
von 3,1 Millimeter pro Jahr. Und insgesamt 1,2 Millimeter pro Jahr
kommen von schmelzendem Eis. Der Rest kommt aus der Ozeanerwärmung,
weil sich warmes Wasser ausdehnt." Lemkes Prognose ist noch
vorsichtig - andere Forscher sagen einen Anstieg von fast 90 Zentimetern
bis zum Jahr 2100 voraus. So darf es vor allem die Menschen an den
Küsten nicht kalt lassen, wenn es in Arktis und Antarktis heiß
wird. Sie bekommen die Folgen als erstes zu spüren.
|
|
![Überschwemmte Häuser und Straße in Eissel [Quelle: Radio Bremen]](/magazin/umwelt/klima/_bild/ueberschwemmung.jpg)
Küstenstädte wie Bremerhaven
und Bremen werden die Auswirkungen eines erhöhten Meeresspiegels
schnell spüren |
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
Klimawandel-Dossier |
|
|
| |
|
|
Radio-Bremen-Special zum Thema |
|
|
| |
|
 |
|
|
|
| |
|
Druckversion |
|
|
|