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Was Meerengen in Arktis und Antarktis
mit dem Klima zu tun haben |
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Wie und warum die Forscher in die Vergangenheit
schauen |
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Geologen aus 18 Ländern wollen die Landmassen und die Meerengen
rund um die Polargebiete genauestens vermessen. Denn wenn das Hin-
und Herströmen von Wasser durch geologische Hindernisse beeinträchtigt
wird, dann kommt auch das Klima durcheinander. Mit Hilfe der Erdgeschichte
sollen nun die Zusammenhänge erhellt werden. Der Blick in die
Tiefsee soll Klarheit bringen: Wie und wann in der Erdgeschichte
sind die Wassermassen zwischen den Meeren hin und her geschwappt?
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![Eisberge bei Spitzbergen in der Arktis [Quelle: Alfred-Wegener-Institut]](/magazin/umwelt/klima/_bild/eiscat_awi_300.jpg)
Wie hat sich das Klima an den Polen in den Jahrmillionen verändert?
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Blick
in das Klima der Vergangenheit, [3'09] |
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Von Folkert Lenz.
26. März 2007 | Nordwestradio
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Die Tore zwischen den Welt-Ozeanen waren
nicht immer offen
Im Polarjahr-Projekt "Plates and Gates" beschäftigt
sich der Bremerhavener Geophysiker Karsten Gohl mit den Meerengen
rund um Arktis und Antarktis. Fram-Straße, Bering-Straße,
Drake-Passage oder Laptevsee: Die Tore zwischen den Welt-Ozeanen waren
nicht immer offen. Doch der Austausch von warmem und kaltem Wasser
ist entscheidend für das Klima, sagt Gohl. "Es ist schon
wichtig, bei der Komplexität der Meeresströmungen festzustellen:
Wie groß sind diese Meeresöffnungen gewesen? Bestanden
die Meeresöffnungen vielleicht nur für drei, vier Millionen
Jahre? Sind sie nur 400 oder 500 Meter tief gewesen, oder haben sie
eine Tiefe von zwei, drei oder vier Kilometern gehabt? Denn das bestimmt
die Menge des Wassers und des Tiefenwassers, welches von einem Ozeanbecken
in das andere gelangen kann."
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Kreislauf: Mehr Eis - mehr Sonnenreflektion
- mehr Kälte
Die globale Wärmepumpe kann schnell an Kraft verlieren, wenn
sich zum Beispiel Gebirge am Meeresgrund zum Hindernis aufstellen.
Außer Gohl und seinen Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut
wollen Wissenschaftler aus 18 Ländern in den kommenden zwei
Jahren deshalb Wassertiefen messen, Bohrkerne aus der polaren Tiefsee
holen und Echolote einsetzen, um den Untergrund zu vermessen. Vielleicht
kann so auch die Frage endgültig geklärt werden, ob eine
geschlossene Meeresströmung die Antarktis klimatisch so isoliert
hat, dass sie vor 35 Millionen Jahren überraschend vergletscherte.
Der Grad der Eisbedeckung des Globus' ist jedenfalls entscheidend
für das Weltklima, sagt Geophysiker Karsten Gohl. "Diese
Vereisung beeinflusst natürlich den Energiehaushalt der Erde
dadurch, dass mehr Sonnenenergie reflektiert werden kann und weniger
absorbiert wird. Das heißt, die Temperatur geht allein durch
die Tatsache herunter, dass die Eisfläche auf der Erde sich
vermehrt." - eine Entwicklung, die durch den Treibhauseffekt
derzeit mehr als aufgewogen wird.
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Computermodelle berechnen Klima der Vergangenheit
Mit den Messungen an den Meerengen der Pole sollen nun die Computermodelle
verbessert werden, die das Paläoklima, also das Klima der Vergangenheit,
berechnen. Im Geschichtsbuch der Erde wollen auch die Geologen blättern.
Kontinente driften über den Globus. Gebirge falten sich auf und
vergehen. Wasser und Eis schieben sich auf Landmassen - und geben
sie wieder frei. Messflüge über Spitzbergen, Grönland
und Sibirien sollen nun das Wissen untermauern, das die Wissenschaftler
schon haben. Bei Landexpeditionen versuchen die Geologen zu rekonstruieren,
wie sich die arktischen Küsten im Laufe von Jahrmillionen verschoben
haben. Karsten Piepjohn von der Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe in Hannover: "Durch die Bewegung von Platten kollidieren
ja Kontinentplatten oder Ozeanplatten, die dann Gebirge aufbauen.
Und diese Knautschzonen können wir an verschiedenen, heute getrennten
Plattenrändern erfassen."
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Klimawandel früherer Epochen erklären
Wenn die Wissenschaftler wissen, wie sich die Kontinentalplatten auf
der Erdkugel verhalten haben, dann, so hoffen sie, können sie
auch den Klimawandel früherer Epochen erklären. Spitzbergen,
Grönland oder die kanadische Arktis sind für Forscher wie
Piepjohn besonders interessant. Bei Bohrungen treffen sie auf Warmwasserkorallen
oder Kohle - Hinweise darauf, dass diese Landmassen früher anderswo
auf dem Globus zu finden waren.
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Wälder am Nordpol
Vor 60 Millionen Jahren wuchsen am Nordpol Wälder. Weder Eiskappe
noch Polarmeer gab es damals. Das Klima war deutlich wärmer als
heute - offenbar der Normalfall in der Erdgeschichte. Warum das so
war, könnten die Forschungen im Polarjahr offenbaren. |
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Klimawandel-Dossier |
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Radio-Bremen-Special zum Thema |
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