Zur Startseite von Radio Bremen Zur ARD
         
Zurück zu:Themen aktuell
         
 
Umweltzone mit Ausnahmen  
  Kompromiss-Vorschlag des Umweltsenators stößt auf Kritik      
       
    In Bremen wird es ab Herbst 2008 Umweltzonen geben - allerdings nicht ganz so strikt wie eigentlich vorgesehen, denn der Einzelhandel befürchtet, dass die Kunden innerhalb der Umweltzone ausbleiben. Also schlug Umweltsenator Loske einen Kompromiss vor: Einige Bereiche in der Umweltzone sollen auch weiterhin von Autos mit hohem Schadstoff-Ausstoß angefahren werden dürfen. Doch der Versuch des Senators, es allen Recht zu machen, stößt in der Opposition auf Kritik.   Marktplatz mit LKW [Quelle: Radio Bremen]
Lieferwagen mit zu hohem Schadstoff-Ausstoß sollen nicht mehr in die Innenstadt fahren dürfen.
 
         
   
VideoStreit um die Umweltzone, [2'24]
  Von Markus Daschner.
8. April 2008 | buten un binnen
   
             
      Fahrverbots-Schild für LKW mit Aufschrift Feinstaub [Quelle: Radio Bremen]      
             
  Geplante Ausnahmeregelungen
Das Parkhaus an der Volkshochschule sowie die Theatergarage sollen für alle Autos frei zugänglich bleiben. Gleiches gilt auch für die Bürgerweide.
Für Schausteller in der Innenstadt sowie Touristen soll es befristete Genehmigungen geben. Damit, so Umweltsenator Loske, sei das Argument der Kritiker vom Tisch, wer einkaufen wolle, komme wegen der Umweltzone nicht mehr in die Innenstadt.
 

Stephanni-Parkhaus [Quelle: Radio Bremen]
Zwei Innenstadt nahe Parkhäuser sollen von den Umweltzonen-Auflagen ausgenommen werden.

 

 

 

Dobben Ecke Bismarckstraße [Quelle: Radio bRemen]
Neu hinzugekommen: Der Bereich um die Bismarckstraße.

 
         
 

Becks und Hachez noch ohne Lösung
Noch keine Lösung gibt es dagegen für die großen Unternehmen in der Bremer Neustadt, die Standortnachteile befürchten und ebenfalls Ausnahmeregelungen fordern. Der Becks-Mutterkonzern Inbev lehnt die bisherigen Pläne für die Umweltzone ab. Hachez-Geschäftsführer Nauck hat sogar mit Abwanderung der traditionsreichen Schokoladenfabrik nach Niedersachsen gedroht. Mitarbeiter und Lieferanten seien dann betroffen und Hachez könne nicht mehr wettbewerbsfähig bleiben. Daher sei eine Ausnahmegenehmigung für das Unternehmen die nur zweitbeste Lösung, so Nauck.

   
         
  Ausweitung der Umweltzone
In besonders durch hohen Feinstaubausstoß belasteten Bereichen ist nach Loskes Angaben nun außerdem eine Ausweitung der Umweltzone geplant. Für LKW ohne grüne Plakette soll es auf der gesamten Bismarckstraße zwischen Graf-Moltke-Straße und Stresemannstraße nun auch ein Durchfahrtverbot geben.
   
       
 

Opposition bleibt skeptisch
Trotz der von Umwelt-Senator Loske geplanten Ausnahmeregelungen bei der Umweltzone lehnen zwei Oppositions-Parteien diese weiterhin ab.

Der umweltpolitische Sprecher der CDU, Focke, hält von den Nachbesserungen nichts. Die zwei ausgewählten Parkhäuser, die alle Autos anfahren dürfen, seien nicht stadtnah. Und die Regelung, dass Touristen vom gebuchten Hotel eine Zufahrtsgenehmigung für die Umweltzone erhalten, hält er für übertrieben bürokratisch. Die CDU fordert weiterhin, die Pläne auszusetzen und eine so genannte Mikrozone in nur zwei Straßen einzurichten. "Damit macht sich Bremen lächerlich", kontert Umweltsenator Loske.

Der Grünen-Politiker muss sich aber auch Kritik von der FDP anhören. "Mit den jetzt geplanten Neuregelungen wird die Umweltzone noch unwirksamer", bemängelt deren Fraktions-Vorsitzender, Buhlert.

Die Linken wollen vor allem, dass die Umweltzone sozialverträglich ist. Deren Abgeordneter Rupp fordert für sozial schwache Menschen staatliche Hilfen zur Umrüstung ihrer Autos. Vom SPD-Fraktions-Vorsitzenden Sieling gibt es dagegen Lob für die Vorschläge der Grünen. Das sei in der Koalition abgestimmt.

 

Dieter Focke [Quelle: Radio Bremen]
"Die Parkhäuser sind nicht stadtnah", kritisiert Dieter Focke, CDU.

Magnus Buhlert [Quelle: Radio Bremen]
"Neuregelungen machen Umweltzone unwirksamer", Magnus Buhlert, FDP.

 
         
 

Ausnahmen für bestimmte Fahrzeuge
Die Verordnung beinhaltet schon jetzt mehrere Ausnahmen für verschiedene Fahrzeuge, wie zum Beispiel Krankenwagen oder Arztwagen mit entsprechender Kennzeichnung im Einsatz zur medizinischen Betreuung der Bevölkerung. Nun melden sich immer mehr Ungernehmer und verlangen ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung. Der ADAC unterstützt gar Klagen seiner Mitglieder gegen die Umweltzone.

Betroffen sind auch viele Taxifahrer, die ihren Wagen meist auf eigene Kosten nachrüsten müssen. Der Senator für Umwelt und Verkehr, Reinhard Loske stellt jedoch klar: in Bremen soll es keine Ausnahme-Genehmigung für Taxen geben. Das trifft beim "Taxiruf Bremen" 50 Wagen, die ab Herbst nicht mehr in Innen- und Neustadt fahren dürfen. Aber die restlichen 430 haben vorerst kein Problem - bis 2010 die nächste Stufe kommt.

 

Reinhard Loske [Quelle: Radio Bremen]
Senator Loske möchte die Verordnung nicht durch zu viele Ausnahmen verwässern.

Rita Kellner-Stoll [Quelle: Radio Bremen]
Rita Kellner-Stoll von der Umweltbehörde empfiehlt, die Plaketten schnellstens zu besorgen.

 
   
VideoStreit um die Umweltzone, [2'24]
  Von Markus Daschner.
8. April 2008 | buten un binnen
   
   
VideoStreit um die Umweltzone, [2'24]
  Von Markus Daschner.
8. April 2008 | buten un binnen
     
           
  Weitere Informationen      
    LinkUmweltzone: Beteiligungsverfahren beginnt      
    LinkInformationen zur Umweltzone in Bremen      
         
    DruckversionDruckversion      
 
 
   
  © Radio Bremengeändert am 29.05.2008
   
Online
   I Themen  I Archiv  I Kontakt
 I Home  I Radio  I TV  I Magazin  I Über uns  I Hilfe  I Sitemap  I Impressum