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Aloe Vera |
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Die Wunderpflanze aus der Wüste? |
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Spitz und stachlig sind sie, die langen fleischigen Blätter
der Aloe Vera. Die Pflanze erinnert an einen Kaktus, ist aber keiner:
Die Aloe Vera gehört zu den Liliengewächsen. Sie liebt
es heiß und trocken, man nennt sie deshalb auch die "Wüstenlilie".
Kaum eine andere Pflanze ist in den letzten Jahren so populär
geworden wie die Aloe Vera.
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![Blühende Aloe auf einem Feld in Mexiko [Quelle: Radio Bremen]](_bild/feld.jpg)
Blühende Aloe auf einem
Feld in Mexiko
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![Aloe-Pflanzen auf einem Feld in Mexiko [Quelle: Radio Bremen]](_bild/gelb_300.jpg)
Aloe-Pflanzen auf einem Feld der Firma Aloecorp in Mexiko. |
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Zu verdanken hat sie diese Berühmtheit einer gallertartigen,
leicht bitter schmeckenden Substanz unter der harten Blattoberfläche.
Zahllosen Kosmetika, Lifestyle-Produkten, Fitnessdrinks, Joghurts,
Eiscremes, Waschmitteln und sogar Unterwäsche wird Aloe-Extrakt
beigemischt. |
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Seit 6000 Jahren Kulturpflanze
Seit 6000 Jahren wird die "Aloe barbadensis Miller", so
ihr botanisch korrekter Name, als Nutzpflanze kultiviert. Ihre Heilkräfte
sind sagenumwoben: Nofretete benutzte sie für ihre Körperpflege,
ebenso die schöne Kleopatra. Alexander der Große ließ
die Wunden seiner Krieger mit Aloe behandeln, um Blutungen schneller
zu stillen. Kolumbus hatte die Pflanze immer an Bord: Als "Arzt
im Blumentopf", wie er sie bezeichnete. Aber auch neueren Untersuchungen
hält die Aloe stand: Insgesamt 400 Wirkstoffe haben Wissenschaftler
gezählt und nachgewiesen, dass sie Wunden heilt und die Folgen
eines Sonnenbrandes lindert.
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![Arbeiter auf einem Aloe-Feld [Quelle: Radio Bremen]](_bild/Zwischen-den-Kakteen-gedeih.jpg)
Feldarbeiter
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Wichtige Einnahmequelle
Pater Bertram entspricht nicht gerade dem Bild eines typischen Kirchenvertreters
- fromm lächelnd und friedlich betend. Mit seinem Jeep rast er
über die holprigen Straßen der Halbinsel St. Helena im
verarmten Westen Ecuadors. In seiner Gemeinde Colonche hat er im Jahr
2000 ein Projekt zum Anbau von Aloe Vera gestartet. "Hier haben
die Menschen ja fast keine Einnahmemöglichkeiten, und wir wünschen,
dass die Menschen nicht auswandern. Das ist nur möglich, wenn
sie ein Existenzminimum hier haben, das ihnen erlaubt einfach zu überleben",
so der Kirchenmann. Heute haben 45 Bauernfamilien ihre Äcker
mit der Heilpflanze bestellt. Mehr als 120 Mittelschüler finanzieren
sich dank der Aloe ihre Ausbildung, zwei Dörfer zahlen mit dem
Ertrag der Felder die Lehrer für die Schule ihrer Kinder. |
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![Pater Bertram Wick [Quelle: Radio Bremen]](_bild/Bertram-Wick.jpg)
Pater Bertram Wick
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Frostfreier Anbau
Aloecorp ist einer der weltweit größten Produzenten von
Aloesaft für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Sitz des
Unternehmens ist Lyford in Texas. Seit eine Frostnacht 1989 alle Aloeplantagen
in Texas vernichtet hat, baut das Unternehmen die Pflanzen jetzt sechs
Autostunden südlich in Mexiko an. Dort steht auch die Fabrik,
in der die frisch geernteten Blätter zu Saft verarbeitet werden.
Seit einem Jahr arbeitet Leonardo Lopez Compean auf den Feldern von
Aloecorp. Wie fast alle mexikanischen Männer war er mit seinen
27 Jahren bereits drei Mal illegal in den USA, um dort Geld zu verdienen.
Doch jetzt hat er Frau und Tochter, da ist er froh, hier einen der
wenigen anständig bezahlten Jobs bekommen zu haben. Die Arbeit
unter der brennenden mexikanischen Sonne bei 40 Grad Celsius ist hart:
Zuerst schneiden die Männer mehrere Stunden die äußeren
Blätter von den Pflanzen, dann sammeln sie sie ein und verladen
sie auf einen Lastwagen. Die Ernte sollte spätestens nach sechs
Stunden in der Fabrik sein, sonst beginnen sich die wertvollen Wirkstoffe
zu verflüchtigen.
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![Feldarbeiter in Mexiko [Quelle: Radio Bremen]](_bild/erntearbeiter.jpg)
Feldarbeiter der Firma Aloecorp
in Mexiko |
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Inhalt
Der Film zeigt Anbau und Verarbeitung von Aloe und erzählt
dabei Geschichten von Menschen, die mit der Pflanze zu tun haben,
Geschichten von Schulkindern in Ecuador und ihrem Schweizer Pater,
von einer krebskranken Mutter in Mexiko, einem koreanischen Manager
in Texas und einem mexikanischen Erntearbeiter, der von einem eigenen
Laden träumt.
Erstausstrahlung: 26. Oktober 2006 | Arte
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Filmausschnitt,
[4'15] |
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Produktionsdetails
Buch und Regie: Thomas Greh
Kamera: Svea Andersson
Ton: Anke Möller
Schnitt: Kirsten Ottersdorf
Redaktion: Gerhard Widmer
Produktion: trifilm GmbH
In Co-Produktion mit Radio Bremen und Arte. |
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Sendungsmitschnitt
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Weitere
Informationen über Aloe Vera |
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Druckversion |
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