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Geschichten über das Tanztheater in Deutschland gibt
es viele. Erstaunlich, denn "so alt" ist das Tanztheater
ja gar nicht - obwohl sich immer noch gestritten wird über
den Anfang. War es Johann Kresnik, der seine bereits Mitte
der 60er Jahre in Köln Ballett und Theater - Schauspiel
und Tanz zusammenbrachte und dies als "choreographisches
Theater" bezeichnete? Oder war es Pina Bausch, die Anfang
der 70er Jahre in Wuppertal ihre bis heute einzigartige Karriere
als bedeutendste Choreographin des Tanztheaters in Deutschland
begann? Oder aber Gerhard Bohner, der -ebenfalls in den frühen
70er Jahren in Heidelberg erstmals den Begriff "Tanztheater"
benutzte?
Wahrscheinlich waren es alle - und keine(r) zugleich. Mit
Ausnahme von Pina Bausch waren die anderen großen Namen
des modernen Tanzes in Deutschland in Bremen anzutreffen.
Zuerst Hans Kresnik, dann Gerhard Bohner und Reinhild Hoffmann,
gefolgt von Heidrun Vielhauer und Rotraut de Neve und nochmals
Hans Kresnik. Danach Susanne Linke und jetzt Urs Dietrich.
Letztere hatten dann in den 90er Jahren kreative Konkurrenz
von neuen Namen, die nicht mit Bremen in Verbindung standen
- Sascha Waltz, Amanda Miller, Rui Horta.
Trotzdem, Bremen ist eine der beiden Säulen des Tanztheaters
in Deutschland - und der Tanzkritiker Jochen Schmidt geht
sogar soweit es als "Mekka" des Tanztheaters zu
bezeichnen. Der Name war dabei lange Zeit nicht das Programm,
denn bis in die 80er Jahre nannte sich das geliebte und vielgelobte
Tanztheater immer noch "Bremer Ballett" - und das,
obwohl es Ballett in Bremen bereits seit 1968 nicht mehr auf
den Bühnen des Bremer Theaters zu sehen gab.
Zu den Bühnen gehört bis heute auch eine, lange
Zeit einmalige Raumbühne: das Concordia-Theater. Das
ehemalige Kino, wurde noch zu Zeiten von Kurt Hübner
(Intendant in Bremen von 1962 - 1973) vor dem Abriss bewahrt
und als Theater genutzt.
Diese Filmdokumentation bewegt sich auf den Spuren des Bremer
Tanztheaters von Kresnik bis Linke - und begleitet das Ensemble
von Urs Dietrich bei den Proben und Vorstellungen der laufenden
Spielzeit.
Der Autor des Films, Marcus Behrens, lebt als Filmemacher
in Bremen und zeichnet bereits für die Dokumentation
über das Frankfurter "S.O.A.P. Tanz-theater"
(1998) unter dem Titel "Jedes Ende ist ein neuer Anfang"
verantwortlich, die ebenfalls als Radio Bremen Produktion
für den europäischen Kulturkanal arte entstanden
ist.
Idee und Realisation: Marcus Behrens
Eine Produktion von: Radio Bremen © 2001
Erstausstrahlung: 20. März 2002
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