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Das Herz sitzt links  
        Klaus Wagenbach      
               
     

Klaus Wagenbach - der Mann ist bereits jetzt eine legendäre Figur der vielfältigen deutschen Linken. Was nur wenigen linken Politikern gelingt, nämlich nachhaltige Spuren in ihrer jeweiligen Zeit und Gesellschaft zu hinterlassen, hat der Verleger Wagenbach bereits zu Lebzeiten geschafft: Sein Programm, sein Werk, sein Verlag steht für eine Form des Homo Politikus: den Linken.

     
               
        Klaus Wagenbach      
               
       

1964 gründete er mit dem Erlös einer verkauften Wiese aus Familienbesitz und dem Honorar seiner bei Rowohlt erschienenen Kafka-Monografie den eigenen Verlag - und ging damit nach Berlin, um den damals unwillkommenen Dialog mit der DDR fortzusetzen. Er bekam jedoch nicht nur Einreise-, sondern auch Transitverbot; und bald wurde er auch für die BRD unbequem: er veröffentlichte Meinhof und Dutschke, Che Guevara, Mao Tse-Tung, ein Manifest der RAF, politische Schriften der APO.

Der 76-jährige Verleger ist eine Legende in der europäischen oppositionellen Linken. Die Dinge gegen den Strich bürsten, auch gegen den Strich der Zeit, diese Haltung hat ihm von 1967 bis 1977 zwar mehrere Politprozesse beschert, aber mittlerweile fehlt selbst von staatlicher Seite die Anerkennung nicht - in Deutschland wurde der "höchstbestrafte deutsche Verleger" mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, in Frankreich mit dem "Orden eines Ritters der französischen Ehrenlegion", in Italien ist er "Cavaliere del merito".

Erstausstrahlung: 16. September 2006 | Arte

     
               
 

Das persönliche Portrait
Dadurch, dass die Koautorin Margit Knapp seit vielen Jahren im Lektorat des Verlags von Klaus Wagenbach mitarbeitet, ist es in dem Film gelungen, eine ganz besondere Nähe zu Klaus Wagenbach zu finden. Das filmische Portrait zeigt Klaus Wagenbach nicht nur in seinen politischen Aktivitäten in den 60er und 70er Jahren - er hielt die Grabrede von Ulrike Meinhof - sondern auch von seiner ganz privaten Seite: in Italien, wo er seine zweite Heimat fand, mit seiner kleinen Tochter und dritten Ehefrau. Und natürlich immer mit seinem Markenzeichen: den roten Socken.

Ein Film von Margit Knapp und Arpad Bondy.

Eine Koproduktion der Arpad Bondy Filmgesellschaft mit Radio Bremen und Arte.

 

 

 
           

 

 
      VideoFilmausschnitt, [4'10]    
        Klaus Wagenbach und Franz Kafka.      
             
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  © Radio Bremengeändert am 21.07.2008
   
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