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Ein Fest für Ernst Jandl
      Eine poetisch-musikalische Tour durch sein Werk
       
     

Ernst Jandl, der im Jahr 2000 verstorbene österreichische Dichter, war einer der bekanntesten Vertreter experimenteller Literatur und konkreter Poesie. Die ersten Veröffentlichungen seiner Sprechgedichte 1952 provozierten im Nachkriegs-Wien die Öffentlichkeit. Das Verschieben und Verdrehen von Buchstaben und Silben entsprach so gar nicht den gängigen Hörgewohnheiten. Vielen galt Jandl damals als Verbal-Kasper, manchen gar als Kultur-Rowdy. Der Erfolg stellte sich erst spät ein.

Seine Themen schöpfte er aus eigenen Erfahrungen: Krieg, Liebe, Altern. Er trug seine Werke selbst vor, doch suchte er beizeiten einen Nachfolger. Den fand er in dem renommierten Schauspieler Dietmar Mues. Noch zu Lebzeiten Jandls interpretierte der Schauspieler den Dichter, und der war mit dem Ergebnis überaus zufrieden.

Immer wieder geht der Mime mit einem literarisch-musikalischen Programm auf Tournee, begleitet vom Musiktrio Cercle mit Dieter Glawischnig - Piano, Andreas Schreiber - Violine und John Marshall - Schlagzeug. Mit musikalischen Improvisationen beziehen sie sich auf Inhalt und Vortrag der Gedichte. Sprache und Komposition ergänzen sich so zu einem Gesamtkunstwerk. Nicht braves Nebeneinander von Lyrik und Jazz erwartet den Zuschauer, sondern ein freches, skurriles Gemisch aus Musik und Texten. "Ich will Gedichte, die nicht kalt lassen", hatte Jandl sich gewünscht. Sein Wunsch ist erfüllt worden. Das liegt nicht zuletzt an Dietmar Mues. Er grunzt, zischt, brüllt, säuselt, flüstert, immer begleitet von den drei Musikern, die mit ihrem Spiel verstärken, unterstützen, vorantreiben, pointieren. Dieter Glawischnig, dessen Zusammenarbeit mit Jandl aus den 60er Jahren herrührt, hat als Leiter der NDR-Bigband die Musik komponiert. Der Österreicher Andreas Schreiber, Geiger, spielt in verschiedenen Formationen und unterrichtet an der Musikakademie Wien und dem Bruckner-Konservatorium Linz. John Marshall gehört seit 30 Jahren zu den besten Jazz-Schlagzeugern der Welt und gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Die Aufzeichnung des Programms entstand 2002 im Rahmen der Tournee "Ein Fest für Ernst Jandl" im Bremer Focke-Museum.

Erstausstrahlung: 31. Juli 2005 | 3sat
       

 

      VideoEin graues Gedicht, [2'06]
        Vorgetragen von Dietmar Mues.
   
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Auftritt im Focke Museum [Quelle: Radio Bremen]
Auftritt im Focke Museum

Dietmar Mues [Quelle: Radio Bremen]
Dietmar Mues

Dieter Glawischnig am Piano [Quelle: Radio Bremen]
Dieter Glawischnig am Piano

Andreas Schreiber, Violine [Quelle: Radio Bremen
Andreas Schreiber, Violine

John Marshall, Drums [Quelle: Radio Bremen]
John Marshall, Drums

Diemtar Mues [Quelle: Radio Bremen]
Dietmar Mues










 
 
 
   
  © Radio Bremengeändert am 01.08.2005
   
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