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Viele prominente Linke zählten zu seinen Mandanten: Hans Modrow, Günter Wallraff – ebenso viele RAF-Terroristen wie Ulrike Meinhof, Peter-Jürgen Boock oder Astrid Proll. Engagiert setzte sich der heute 81-jährige Hannover für seine Mandanten ein – ohne sich mit ihren Ansichten gemein zu machen. Mehrfach erstritt er für Mandanten unter Mordverdacht überraschend Freisprüche, in dem er akribisch und Detail versessen den Tathergang rekonstruierte und die Version der Anklage demontierte.
Durch die Pflichtverteidigung eines Kommunisten Anfang der fünfziger Jahre wird Heinrich Hannover eher zufällig zum politischen Anwalt, der häufig als Komplize seiner Mandanten gesehen wurde. Bei Gericht hat sich Hannover mit seiner unbequemen Art keine Freunde gemacht. Die feindliche Gesinnung der Justiz setzte sich durch die Jahrzehnte fort und fand ihren Höhepunkt in den Jahren des RAF-Terrorismus. Die RAF-Verteidiger waren in den Siebzigern einem generellen Sympathisanten-Verdacht ausgesetzt.
Amateurfilme aus den dreißiger und vierziger Jahren, von Hannovers Vater gedreht, zeigen eine wechselvolle Biografie: Heinrich Hannover wächst wohl behütet als einziger Sohn einer Arztfamilie in Anklam auf. Der Vater ist konservativ, tritt 1933 sofort in die SS und die NSDAP ein. Heinrich ist ein zunächst begeisterter Hitlerjunge, der Krieg aber macht ihn zum Pazifisten. Nach dem Krieg studiert er Jura und die ersten Fälle bringen den jungen Anwalt gleich in Widerspruch zu den alten Eliten im Justizapparat. Die Autoren verfolgen Heinrich Hannovers Leben bis in die neunziger Jahre.
Die Geschichte von Heinrich Hannover ist auch eine Geschichte der Bundesrepublik - aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel, aber engagiert und unbestechlich.
Erstausstrahlung: 30. Oktober 2007 | RB TV und NDR/RB
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![Fahndungsplakat RAF [Quelle: Radio Bremen]](_bild/fahnungsplakat_140.jpg)
Fahndungsplakat: Gesucht wird nach Mitgliedern der Roten Armee Fraktion |
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