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Angels That Sing  
Eine Choreografie von Philip Taylor für das Balletttheater München  
             
   

Es geht um Engel mit großen und kleinen Flügeln. Engel, die es sich schwer machen und Engel, die es sich leicht machen. Das ist wie im richtigen Leben und so feiern, tanzen, singen und leben sie in der Hoffnung, dass sie jemand hört und endlich zu der Erkenntnis gelangt: Tänzer singen, und zwar mit ihrem Körper.

  Sophie Aimée Abrioux [Quelle: Radio Bremen]
Sophie Aimée Abrioux
 
           
      Sophie Aimée Abrioux und das Ensemble des Balletttheaters München [Quelle: Radio Bremen]
Sophie Aimée Abrioux und das Ensemble des Balletttheaters München
     
           
 

Der Film
Mit einer kleinen Anekdote, die irgendeinem Tänzer widerfahren ist, fängt es an. Zu irgendeiner Zeit, in irgendeiner Stadt auf diesem Planeten hat irgendein Sänger behauptet, dass Gott dich gern hätte, wenn du tanzt, er dich aber lieben würde, wenn du singst. Das ist natürlich Unsinn, denn Gott, wenn es ihn wirklich gibt, liebt jeden Menschen, ob er nun Tänzer oder Sänger ist. Nun steckt in dieser Behauptung - auch wenn sie nicht wahr ist - ein Ärgernis, über das man mit aller Gelassenheit hinweggehen - oder aus dem man ein Tanzstück machen könnte. Denn eines ist diesem Tänzer unglaublich wichtig: Tänzer singen, und zwar mit ihrem Körper. Angels that sing, heißt das Stück, das daraus entstanden ist.

Da wir nicht alle davon überzeugt sind, dass es einen Himmel und ein Leben nach dem Tod gibt, kommen diese Tänzer an irgendeinem Ort an. Aus Verzweiflung und Wut darüber, dass sie nicht geliebt werden können, weil sie keiner hört, berichten sie Gutes und weniger Gutes aus ihrer Vergangenheit und versuchen, sich mit dem neuen und unbekannten Ort vertraut zu machen. Da es, Gott sei Dank, wie im wirklichen Leben immer jemanden gibt, der weiß, wo es langgeht, einem zeigt, wie man es anstellen muss, um Himmlisches zu empfangen, sind sie bereit, von diesem Engel zu lernen und ihm zu folgen. Er ist ein erfahrener und fortgeschrittener Engel, der weiß, dass er singen kann, aber was viel wichtiger ist: Man kann ihn hören. So hat er ein leichtes Spiel, denn erstens meint er es gut und zweitens sind seine Schüler fleißig und diszipliniert.

Natürlich sind nicht alle gleich. Wir erfahren, dass es Engel mit großen und kleinen Flügeln gibt. Engel, die es sich schwer machen, und Engel, die es sich leicht machen. Auch das ist wie im wirklichen Leben. So zelebrieren, tanzen und singen sie in der Hoffnung, dass sie jemand hört und endlich zu der Erkenntnis gelangt: Tänzer singen, und zwar mit ihrem Körper.

 

Ensemble in einer Szene aus dem Ballettstück [Quelle: Radio Bremen]
Ensemble in einer Szene aus dem Ballettstück

 

Gesine Eileen Moog [Quelle: Radio Bremen]
Gesine Eileen Moog

 

Ensemble in einer Szene aus dem Ballettstück  [Quelle: Radio Bremen]
Ensemble in einer Szene aus dem Ballettstück

 
    VideoFilmausschnitt, [6'06]      
      Finale mit dem Ensemble des Balletttheaters München      
             
 

Das Ensemble und ihr künstlerischer Leiter
Philip Taylor war unter anderem Mitglied des London Contemporary Dance Theatre und der Company des Nederlands Dans Theaters in Den Haag. 1992 lud ihn Mats Ek als Gast-Choreograph an das Cullberg Ballett in Stockholm ein. Von 1994 bis 1996 war er Ballettdirektor an den Städtischen Bühnen Augsburg. Zu Beginn der Spielzeit 1996/1997 wurde Philip Taylor als Ballettdirektor und Chef-Choreograph an das Staatstheater am Gärtnerplatz engagiert. Seit 1999 trägt die Company, deren künstlerischer Leiter er ist, den Namen Balletttheater München. Zahlreiche internationale Gastspiele brachten ihn gemeinsam mit dem Balletttheater München unter anderem nach Brasilien, Brighton, Toulouse und Thessaloniki. Als ständiger Gast ist die Company in Bayreuth zu sehen. Die Spielzeit 2006/2007 wird die letzte sein für Philip Taylor und sein Ensemble. Der Intendantenwechsel im Sommer 2007 wird neoklassisches Ballett an das Staatstheater am Gärtnerplatz in München bringen. Die künstlerische Zukunft des überaus erfolgreichen und beliebten Balletttheaters München und seines Gründers, Philip Taylor, ist noch ungewiss.

  Engelhafte Schattenspiele in einer Szene aus dem Ballett [Quelle: Radio Bremen]
Engelhafte Schattenspiele in einer Szene aus dem Ballett
 
             
  Balletttheater wird in die Geschichte eingehen
Die Filmversion der Choreographie von Philip Taylor bietet nur ein kleinen Einblick in das kreative Schaffen von Philip Taylor, der als Ballettdirektor und auch als Künstlerischer Leiter in München seit 1999 eine Vielzahl eigener Choreografien geschaffen und auch vielen bekannten und auch jungen Choreografen die Möglichkeit geboten hat, eigene Stücke für sein Balletttheater München zu kreieren. Mit dem aktuellen Abend "Creative House" zeigt das Balletttheater München sechs sehr unterschiedliche Tanzstücke von Gästen. Mit Annett Göhre und Cayetano Soto sind auch zwei ehemalige Ensemblemitglieder von Philip Taylor an diesem Abend beteiligt. Bis zum Ende der Spielzeit 2006/2007 wird es noch einen Abend von Philip Taylor und ein letztes Mal den Programmpunkt "Tänzer choreographieren" geben. Die Vorstellungen des Balletttheaters München hatten zuletzt eine Auslastung von 95 Prozent.
     
    Externer LinkBalletttheater München      
    Externer LinkStaatstheater am Gärtnerplatz      
             
 

Produktionsdetails
Choreographie: Philip Taylor
Musik: Steve Reich "The Four Sections"
Regie: Marcus Behrens

Eine Produktion von Radio Bremen, dem Staatstheater am Gärtnerplatz in München und Philip Taylor.

Es tanzt das Ensemble des Balletttheaters München.

Erstausstrahlung: 25. Juni 2006 | Arte

     
         
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  © Radio Bremengeändert am 03.04.2007
   
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